Es wirkt fast wie ein Paradoxon: Wer vor der Basilika in Mariazell steht, kann nicht nur auf die bekannten, traditionellen Lebkuchen aus dem Hause Pirker oder die vielen Devotionalien zurückgreifen. Auch italienisches Flair ist in dem Pilgerort heimisch.

Immerhin schon mehr als ein Vierteljahrhundert. So lange betreibt nämlich die aus den Abruzzen stammende Familie Contini einen Gastrobetrieb im Zentrum der Stadt. Zuerst als Restaurant, mittlerweile als Kaffeehaus samt bekannter Eisdiele und diversen Spezialitäten aus Italien.

Bezug in die Heimat

Originaler als dort wird der Espresso nicht: Alle drei Wochen fährt Chef Nino Contini selbst nach Italien zum Rösten der Kaffeebohnen. „Wir haben unsere Wurzeln dort nie aufgegeben, sodass wir einige Produkte aus dem Familienanbau direkt in unserem Shop anbieten können“, lacht der umtriebige Unternehmer. Von Olivenöl bis hin zu italienischen Süßspeisen gibt es dort vieles, was man sonst in herkömmlichen Supermärkten nicht findet.

Wie ist er überhaupt auf Mariazell gekommen? „1999 hat mich mein Vater für nur drei Wochen in den Betrieb nach Mariazell geschickt. Ich bin dann von hier nicht mehr weggekommen und mittlerweile tief verwurzelt“, schmunzelt er. Viel habe er im Laufe der Jahre am gastronomischen Konzept ausprobiert und auch wieder verändert. „Wir haben das Eis eine Zeit lang selbst gemacht und experimentiert. Da waren verschiedenste Sorten bis zum Red-Bull-Eis mit dabei.“

Klassiker haben immer Saison

Heute sei man wieder zurück bei den Klassikern. „Vanille, Schoko, Erdbeere und auch Minze, das haben wir schon seit 20 Jahren hier, dazu noch das Cookie-Eis für Kinder, das ist auch sehr beliebt“, erzählt er.

Nino Contini brachte italienisches Flair nach Mariazell
Nino Contini brachte italienisches Flair nach Mariazell © Privat

Beim Eisverkauf hat Contini auch einen privaten Volltreffer gelandet. „Ich habe meine Frau auf diese Art kennengelernt, sie war einfach bei uns im Lokal und wollte ein Eis haben“, erinnert er sich zurück. Vor knapp drei Jahren läuteten dann die Hochzeitsglocken.

Contini ist nicht nur im eigenen Betrieb samt Gastgarten um das Geschäft bemüht, als Vorsitzender im Tourismusverband Hochsteiermark liegt ihm auch die Region insgesamt auf dem Herzen.

„Gerade in Mariazell ist zuletzt viel weitergegangen“, sagt er und erwähnt, dass es auf der Bürgeralpe nach dem Konkurs „nicht nur weitergegangen ist, sondern die neuen Eigentümer auch gezeigt haben, dass sie investieren.“ Etwa in Form des Bogenparcours und auch anderer Attraktionen. Jetzt gehen auch die Konzerte dort wieder los, das ist wichtig für uns.“