Sie war die Beste im vierköpfigen Hearing, das Land hat sie nun in der Regierungssitzung einstimmig bestätigt: Sarah Kastner wird neue Behördenleiterin der Bezirkshauptmannschaft Bruck-Mürzzuschlag. Ihren Dienst tritt die 36-jährige, die damit die jüngste Bezirkshauptfrau der Steiermark sein wird, am 1. Oktober an.

Der bisherige Behördenleiter Bernhard Preiner geht dann in den Ruhestand. Damit hat die Steiermark erreicht, was viele andere Institutionen sonst gerne in Leitbildern und Konzepten als Wunschziel formulieren, nämlich, Geschlechterparität herzustellen.

„Geht um Chancengleichheit“

Von den zwölf Bezirkshauptleuten des Landes sind dann sechs weiblich. „Ich bin stolz, für einen Arbeitgeber tätig zu sein, wo es auch für Frauen selbstverständlich möglich ist, verantwortungsvolle und spannende Führungsfunktionen zu übernehmen. Nicht weil es um das Geschlecht geht, sondern um die Chancengleichheit“, sagt Kastner in einer ersten Stellungnahme und verweist, dass mit Landesdirektorin Brigitte Scherz-Schaar auch die höchste Beamtenstelle der Steiermark weiblich besetzt ist.

Ansonsten liegt hinter der gebürtigen Leobnerin eine durchaus intensive Zeit. Beim Hearing musste ein Konzept für die Leitung der Bezirkshauptmannschaft vorgelegt werden. „Da habe ich mein Fachwissen schon erweitert, ich glaube auch, dass man für die Region einiges bewegen kann“, so die Juristin mit den Schwerpunkten Umwelt-, Verkehrs- und Verwaltungsrecht.

Kennt den Bezirk gut

Inhaltlich möchte sie erst konkreter werden, wenn sie ihr Amt tatsächlich antritt. Nur so viel: „Mein erstes und wichtigstes Anliegen wird sein, mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Austausch und ins Gespräch zu kommen.“

Die Bezirkshauptmannschaft Bruck-Mürzzuschlag bekommt im Herbst eine neue Chefin
Die Bezirkshauptmannschaft Bruck-Mürzzuschlag bekommt im Herbst eine neue Chefin © KLZ / Moritz Prettenhofer

Dabei ist Kastner die BH in Bruck-Mürzzuschlag nicht unbekannt: „Zum Bezirk habe ich natürlich einen besonderen Bezug, da ich in meiner ersten beruflichen Station vor einigen Jahren als Juristin der Agrarbezirksbehörde auch für den Bezirk zuständig war. Auch aktuell als Leiterin der Verkehrsbehörde bin ich immer wieder mit Themen aus dem Bezirk befasst.“

„Sehe mich als Obersteirerin“

Aus aktueller Sicht wird die designierte Bezirkshauptfrau aus Graz in die Region einpendeln, wenngleich sie betont, wie stark sie vor Ort nach wie vor vernetzt sei: „Ich bin in Leoben geboren, in Trofaiach aufgewachsen. Ich selbst sehe mich als Obersteirerin, da hier meine Wurzeln sind und ich nach wie vor durch Freunde und Familie stark mit der Region verbunden bin.“