Der Simon Hof in Mittertrixen ist vor Kurzem zum Hotspot der Biodiversitätsforschung geworden. Rund 50 Forscher, Gäste und Anrainer nahmen am ersten „Tag der Artenvielfalt“ auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Österreich teil. Innerhalb von 24 Stunden konnten nach einer ersten Schätzung rund 920 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten nachgewiesen werden.

Unter dem Motto „Wie viel Biodiversität steckt in Acker und Wiese?“ durchkämmten die Experten Wiesen, Äcker, Waldränder und Obstbäume. Neben klassischen Methoden wie Keschern, Handsammlungen und Bodenproben kamen auch moderne Technologien zum Einsatz. So erstellte das Interdisciplinary Center for Ecosystem Services and Biodiversity (ICEB) der FH Kärnten ein zentimetergenaues Geländemodell des Hofes. Außerdem wurden Batcorder, Kamerafallen sowie Baumkletterer und sogar von der Feuerwehr abgeseilte Spezialisten eingesetzt.

Venusspiegel
Venusspiegel © Michael Hallegger

Zu den bemerkenswertesten Funden zählt der stark gefährdete Venusspiegel, der in biologisch angebautem Tauernroggen wächst. Ebenso wurden der seltene Pilz Eichhase, das Grüne Koboldmoos sowie Trockenrasenarten wie Steppen-Beifuß und Berglauch nachgewiesen.

Auch die Tierwelt erwies sich als außergewöhnlich vielfältig. Beobachtet wurden unter anderem Schwarzstorch, Wiedehopf, Schwarzkehlchen, Feldhase, Fuchs, Teichfrosch, Erdkröte, Gottesanbeterin und Segelfalter. Besonders bemerkenswert waren zudem 30 verschiedene Ameisenarten sowie zahlreiche Spinnen- und Bodentiere. Die vollständige Artenliste soll im Herbst vorliegen.

Springfrosch
Springfrosch © Anand Baskaran

„Die große Artenvielfalt zeigt, welchen wichtigen Beitrag kleinstrukturierte, traditionell bewirtschaftete Höfe zum Erhalt der Biodiversität in der österreichischen Kulturlandschaft leisten können“, betonen die Organisatoren. Martina und Mario Payer, Betreiber des Simon Hofs und Träger des Kärntner Biodiversitätspreises „Goldene Apis“, sorgten gemeinsam mit ihrem Hofteam für den passenden Rahmen. Unterstützung erhielt die Veranstaltung von der Kärntner Sparkasse Privatstiftung. „Die Projekte dienen dem Fortkommen des Landes Kärnten und erfüllen einen gemeinnützigen Zweck – dazu zählt auch die Erforschung der Biodiversität“, sagte Hans Schönegger von der Privatstiftung.

© Elisabeth Bachlechner