Man hört es immer wieder: Viele Menschen aus dem ländlichen Raum ziehen in die großen Städte. Es ist ein Trend, der es den kleinen Gemeinden dementsprechend schwer macht, ihre Bevölkerungszahlen zu halten. Feldkirchen ist ein kleiner, sehr ländlicher Bezirk. Mit Feldkirchen selbst gibt es nur eine einzige Stadtgemeinde. Und dennoch: Seit 2002 ist man nur um 231 Einwohner geschrumpft, heute zählt man laut Statistik Austria 30.082 Personen (Stichtag 1. Jänner).

Mit einem Minus von 0,76 Prozent liegt man hier im Bezirksvergleich zwar nur im vorderen Mittelfeld, verglichen mit dem Nachbarbezirk St. Veit sieht es allerdings deutlich besser aus. Dort verlor man seit 2002 über 4800 Menschen – eine Gemeinde mit einer derartigen Einwohnerzahl wäre die zweitgrößte in Feldkirchen und die viertgrößte in St. Veit. Zur Einordnung: Die Burgenstadt Friesach zählt aktuell 4830 Personen.

Kontinuierliches Wachstum in Feldkirchen

Positiv zur Gesamtstatistik beigetragen hat die Bezirksstadt Feldkirchen. Zählte man 2002 noch 14.090 Einwohner, steht man heute bei 14.558 – ein ordentliches Plus von 3,32 Prozent. Erfreut über diese Situation zeigt sich auch Gemeindechef Martin Treffner (ÖVP): „Ich glaube, wir entwickeln uns gut und sind insgesamt gut unterwegs.“

Die Gründe für das stetige Wachstum? „Wir haben den Vorteil, inmitten von Klagenfurt und Villach zu liegen“, erklärt der Bürgermeister. „Hinzu kommt die Nähe zu den Bergen und Seen, dadurch haben wir eine attraktive Wohngegend.“ Mit sozialem Wohnbau und der Erhaltung sowie Schaffung von Arbeitsplätzen möchte man diese Entwicklung weiter fortsetzen.

Treffner: „Wir entwickeln uns gut.“
Treffner: „Wir entwickeln uns gut.“ © Markus Traussnig

Die St. Urbaner werden mehr

Eine Kommune, von der man im ersten Moment vielleicht gar nicht denkt, dass sie wächst, ist St. Urban. Die Glantalgemeinde erreichte in den vergangenen 24 Jahren ein Plus von starken 10,22 Prozent. Man kletterte von 1477 auf 1628 Personen. Auch St. Urbans Bürgermeister Dietmar Rauter (FPÖ) verweist als eine der Ursachen auf die geografische Lage. „Wir haben eine Nähe zu St. Veit, Feldkirchen und Klagenfurt“, betont der 53-Jährige. „Dazu höre ich auch ein Argument immer wieder: Die Simonhöhe, unser kleines Skigebiet, ist ein Grund, hierher zu ziehen.“ Der St. Urbaner See samt Strandbad sei ebenfalls ein Pluspunkt.

Zusätzlich habe man in der jüngeren Vergangenheit Familienthemen vorangetrieben. „Ob das nun den Kindergarten oder die Volksschule betrifft, wir wollen attraktiv für Familien bleiben“, betont der Landtagsabgeordnete. Es gebe in St. Urban einen „guten Mix aus Arbeitsplätzen und einem familiären Umfeld“.

Rauter: „Die Simonhöhe ist ein Grund.“
Rauter: „Die Simonhöhe ist ein Grund.“ © Ingolf Wachs

Der größte Schwund im Bezirk

Aber nicht alle Gemeinden im Bezirk können von einer derart positiven Bevölkerungsentwicklung sprechen. Das größte prozentuelle Minus verzeichnet man in Reichenau. Um 16,55 Prozent ist die Kommune seit 2002 geschrumpft, heute zählt man 1694 Einwohner. „Wir haben eine Überalterung der Bevölkerung“, erklärt Bürgermeister Karl Lessiak (SPÖ) die Situation. Die Geburten werden weniger, die Sterbefälle steigen.“ Zudem würden vor allem junge Menschen wegziehen: „Sie studieren in einer großen Stadt und kehren anschließend nicht mehr zurück.“

Vonseiten der Gemeinde versuche man natürlich alles, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. „Wir realisieren Wohnprojekte. Ein Projekt mit 15 Wohneinheiten wird zum Beispiel im Frühjahr 2027 bezugsfertig sein.“ Zudem habe man eine breite Auswahl an kulturellen Vereinen, die dafür sorgen sollen, dass die Bindung zur Heimat erhalten bleibt.

Lessiak: „Wir tun alles, um die Bevölkerung zu halten.“
Lessiak: „Wir tun alles, um die Bevölkerung zu halten.“ © Manfred Schusser

Die einwohnermäßig kleinste Kommune im Bezirk ist übrigens die Seegemeinde Ossiach. Dort zählte man zu Beginn des Jahres 718 Personen.