„Ich habe diese Gesinnung nicht, ich habe rumänische Putzfrauen“
Der steirische Comedian Marco Wagner wird beschuldigt, beim Public Viewing den deutschen Gruß gezeigt zu haben. Er selbst sieht sich als Opfer und holt zur Verteidigungsrede aus.

Neun Tage war es still am Social-Media-Profil von Marco Wagner. Der steirische Comedian musste erst einmal verdauen, was in den vergangenen Tagen über ihn hereingebrochen ist. Was war passiert? Wagner wird beschuldigt, beim Public-Viewing am Hauptplatz in Fürstenfeld den Hitler-Gruß gezeigt zu haben. Videoaufnahmen sollen den Vorfall belegen, die Polizei ermittelt wegen Wiederbetätigung.
Für Wagner komplett unverständlich. In einem neunminütigen Statement, gepostet auf seinen Social-Media-Kanälen, will sich der Influencer rechtfertigen. Sichtlich aufgeregt sagt er: „Ich will mich klipp und klar davon distanzieren von dem, was mir hier vorgehalten wird.“
„Fußballfan, kein Nazi“
Wagner erklärt, er habe nun mal immer wieder seine Hände in die Höhe gestreckt – die linke, die rechte, beide gleichzeitig. So wie es Fußballfans nun einmal machen würden. Einen nationalsozialistischen Hintergrund habe er jedenfalls nie beabsichtigt. Für Wagner sei das ohnehin irrsinnig. „Ich habe diese Gesinnung nicht, ich habe rumänische Putzfrauen, gehe in den Barbershop, hole mir mein Kebab“, versucht sich Wagner zu rechtfertigen.
Der Steirer sieht sich als Opfer, immer wieder würden Personen im öffentlichen Raum ihn filmen und nur auf eine Verfehlung warten. Wagner räumt ein, dass am Tag Alkohol geflossen sei. Einen Hitlergruß hätte er aber trotzdem nicht gezeigt. „Ganz sicher nicht“, wie er sagt.
Die Leute wollen mir einfach das Schlechteste auf der Welt.
— Marco Wagner
Wagner holt aus, spielt ein Video ein, das zeigt, wie er mit einem Buben mit dunkler Hautfarbe beim Public-Viewing einklatscht. „Würde ein Nazi so etwas tun?“, fragt er. Für Wagner steht fest: Er ist ein „Bauernopfer“. Weil er sich in der Vergangenheit sympathisierend mit der FPÖ gezeigt habe, würden Medien bewusst versuchen, ihn in ein schlechtes Licht zu rücken. Wagner fühlt sich missverstanden, ist wütend und aufgebracht. „Die Leute wollen mir einfach das Schlechteste auf der Welt“, sagt er.
Von der Polizei heißt es auf Anfrage, dass die Ermittlungen im Fall noch laufen. Derzeit liegt der Fall beim Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) Steiermark. Zeugenbefragungen stehen noch aus.
