Der Steirer Marco Wagner ist seit Jahren bekannt als robuster, reichweitenstarker Influencer auf Facebook und rustikaler Comedian, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Jüngst war er als Opfer vor Gericht, weil er vorigen Herbst bei einer Rauferei einen Nasenbeinbruch erlitten hatte. Und am Donnerstagabend kam es wegen ihm beim Public-Viewing der Fußball-WM in Fürstenfelds Innenstadt zu einem Polizeieinsatz.

Polizeieinsatz

Augenzeugen haben die Polizei gerufen, weil Wagner vor dem Spiel gegen Spanien bei der österreichischen Hymne aufgestanden sei und mit dem Hitlergruß posiert habe. Die Pressestelle der Landespolizeidirektion bestätigt den Einsatz, der Verfassungsschutz ist eingeschaltet, die Ermittlungen laufen. Chefinspektor Fritz Grundnig: „Es liegt uns auch ein Video dazu vor, das nun ausgewertet wird.“

Comedian: „Sicher nur gejubelt“

Marco Wagner selbst weist die Vorwürfe im Gespräch mit der Kleinen Zeitung entschieden zurück. Es sei an diesem Abend auch Alkohol im Spiel gewesen: „Aber ich habe bei der Hymne sicher nur gejubelt und nicht getan, was mir da jetzt vorgeworfen wird. Das ist nicht meine Gesinnung.“ Bestätigt sich hingegen der Verdacht durch die Ermittlungen, droht dem Comedian ein Auftritt vor einem Geschworenengericht und ein Verfahren nach dem Verbotsgesetz. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Wagner feierte mit der FPÖ den Sieg bei der Landtagswahl
Wagner feierte mit der FPÖ den Sieg bei der Landtagswahl © Screenshot/Facebook

Wagner als Wahlhelfer und FPÖ-Sympathisant

Unangenehm ist der Fall auch für den freiheitlichen Landeshauptmann Mario Kunasek, der mit Wagner durchaus sympathisiert hat. Vor der Landtagswahl 2024 hat der FPÖ-Chef dem Influencer einen Besuch bei dessen Fischteich abgestattet. Er zeigte seine Nähe zur FPÖ und wollte ihr Rückenwind im Wahlkampf verschaffen. Und es ging wohl auch darum, sich gegenseitig Reichweite zu gönnen. Wagner hat mit 161.930 Followern die Nase vorne. Kunasek kommt aktuell auf 140.960 Follower. Nach der Wahl postete Wagner ein Selfie mit Kunasek und FPÖ-Chef Herbert Kickl von der blauen Siegesfeier in einem Grazer Lokal. Sein Satz dazu: „Vor zwei Jahren hätte ich mich so ein Bild nicht posten getraut, aber mittlerweile sind ,wir‘ ja in der Mehrheit.“