Der Verein ist blutjung, sein Trainer aber ein echtes Urgestein: Ervin Dragšič geht in Graz in sein zehntes Jahr als Basketball-Cheftrainer – und in sein erstes im neuen Gewand der Eagles Graz. Der Nachfolgeverein des UBSC Graz präsentierte kürzlich seine neue Philosophie, sein frisches Gewand, der slowenische Trainer bildet da eine Konstante. Und er trägt den neuen Fokus auf den eigenen Basketball-Nachwuchs mit, erzählt er. „Das ist eine gute Herausforderung. Und der Verein möchte auch nicht jetzt sofort, sondern künftig dorthin, wo wir zuletzt waren. Das gefällt mir, dass ein Schritt nach dem anderen passieren soll.“

Die Vorgabe lautet, ab sofort mit einem Legionär weniger auszukommen. Wie sich das auf den Ergebnistafeln bei einer Mannschaft bemerkbar machen wird, deren Startformation in der Regel immer aus fünf Legionären bestanden hat, wird sich weisen. Die Ergebnisorientierung bleibt, sagt Dragšič, auch künftig will man zumindest im Mittelfeld der Liga mithalten, womöglich sogar weiter oben: „Es wird niemanden geben, der Spielzeit kriegt, sie sich aber nicht verdient. Die eigenen Spieler müssen künftig beweisen, dass sie fähig sind, in einer Bundesligamannschaft zu spielen.“

Trainer Dragšič: „Sie stecken zu wenig Arbeit hinein“

Der Verein ist für seine gute Nachwuchsarbeit bekannt, regelmäßige Jugend-Titel sind das Zeugnis für die Arbeit. Im Superliga-Kader spiegelte sich dies in der jüngsten Vergangenheit kaum wider. Hier wählt Dragšič deutliche Worte: „Es gibt viele interessante Spieler, aber sie stecken zu wenig Arbeit hinein. Von Mai bis September zu urlauben, nichts zu tun und zu erwarten, dass man Bundesligaspieler wird, funktioniert nicht – auch nicht in Österreich.“ Die Neuausrichtung der Eagles Graz ist damit eine Herausforderung und eine Gelegenheit: „Die Jungs müssen die Chance nützen. Zu sitzen und zu sagen: ,Ich bin gut.‘ – das geht nicht.“

Wer Teil des ersten Kaders der Eagles Graz ist, steht noch in den Sternen. Von den Legionären des Vorjahres dürfte keiner mehr leistbar sein, hier werden die Angebote von Neuzugängen geprüft. Die Österreichischen Basketballer der abgelaufenen Saison dürften bleiben, zumindest wenn es nach Dragšič geht: „Wir wollen mit ihnen arbeiten und ich denke, dass sie alle bleiben wollen.“