Gewalt gegen Frauen ist auch in der Steiermark bedrückende Realität: Allein in der ersten Jahreshälfte 2026 haben drei Frauen ihr Leben durch (Ex-) Partner verloren (Statistik AÖF, Stand: 13.06.2026). „Der Vorfall vor zwei Wochen, bei dem ein Mann versucht hat, eine Frau mit einem Messer zu töten, zeigt, wie wichtig Gewaltprävention ist“, so Bettina Kuplen von der Frauen- und Mädchenservicestelle Feldbach.

Hinschauen statt wegsehen

Seit zwei Jahren setzt sich Innova deshalb im Rahmen des Präventionsprojektes „Luisa ist hier” für mehr Sicherheit im Nachtleben ein. Der Satz dient als Codewort für Mädchen und Frauen, die sich in Lokalen sexuell belästigt oder bedroht fühlen. Wer sich beim Gastronomiepersonal mit den Worten „Ist Luisa hier?“ meldet, erhält rasch Hilfe und Unterstützung. Im Bezirk beteiligen sich am Projekt etwa der Yoyo Partyclub, das Glam, die Feldbacher Kaserne sowie Feldbacher Schulen.

Seit kurzem ist zudem die Stadtgemeinde Feldbach Kooperationspartner – heißt bei Veranstaltung wie dem „Zammstehn“ können Frauen nach „Luisa“ fragen. „Wir beteiligen uns nicht aus der Not heraus. Uns ist aber wichtig, dass Frauen wissen, dass das Umfeld hinschaut“, so Bürgermeister Josef Ober.

„Luisa“ sensibilisiert

Im Bereich Gewaltprävention gebe es im Bezirk weiterhin viel zu tun, so Ulrike Gärtner, Geschäftsführerin von Innova: „Bis vor fünf Jahren standen bei Beratungen Themen wie Trennung und Scheidung im Vordergrund. Heute wird das Thema Gewalt ebenso häufig angesprochen. 25 Prozent der Beratungen handeln davon.“

Die Gewalt habe jedoch nicht zugenommen, vielmehr seien Frauen und Mädchen durch Projekte wie „Luisa“ sensibilisierter und würden sich früher Hilfe suchen, so Gärtner. In den Beratungsstellen in Feldbach und Mureck führt man jährlich rund 900 bis 1000 Beratungen durch.