Prozess gegen Anästhesisten wegen grob fahrlässiger Tötung
Ein Anästhesist muss sich am Dienstag wegen grob fahrlässiger Tötung am Wiener Landesgericht verantworten. Dem Arzt wird vorgeworfen, am 10. Oktober 2024 den Tod einer Patientin herbeigeführt zu haben, indem er die Frau für eine Zahnbehandlung unter Vollnarkose setzte, obwohl aufgrund einer Adipositas der Frau ein erhöhtes Narkoserisiko bestand. Der Angeklagte soll gleich in mehrfacher Hinsicht gegen die ärztliche Sorgfaltspflicht verstoßen haben.
So wäre aus Sicht der Staatsanwaltschaft im konkreten Fall ein neuromuskuläres Monitoring und eine Narkosetiefemessung geboten gewesen. Die Patientin soll außerdem mit einem defekten Beatmungsbeutel beatmet worden sein, wobei laut den Logfile-Daten zu spät auf eine Beatmung mittels Ambubeutel umgestellt wurde. Die Frau soll infolgedessen siebeneinhalb Minuten gar nicht beatmet und letztlich fehlintubiert worden sein. Der Anklage zufolge führte das zu einem Kreislaufstillstand und einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns. Trotz eingeleiteter Rettungsmaßnahmen und der Überstellung in eine Klinik konnte die Frau nicht reanimiert werden. Sie starb an einem Herz-Kreislauf-Versagen.