Grenzen sind für Eithne Knappitsch (48) weit mehr als Linien auf einer Landkarte. Sie prägen Generationen und das Miteinander. Aufgewachsen im irischen Grenzgebiet zu Nordirland erlebte sie schon als Kind, welche Kraft Grenzen entfalten können – politisch, sprachlich und emotional. Und genau dort entstand wohl ihre Lebensaufgabe: Menschen über Unterschiede hinweg miteinander ins Gespräch zu bringen.

Seit sechs Jahren leitet Knappitsch den Bachelorstudiengang Intercultural Management an der FH Kärnten, der heuer sein zehnjähriges Bestehen feiert. Als das Studium 2016 gegründet wurde, war es das erste englischsprachige Bachelorprogramm Österreichs. Heute zieht es Studierende aus aller Welt nach Kärnten – von Südamerika bis Aserbaidschan. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur wirtschaftliches Know-how, sondern vor allem die Frage, wie Zusammenarbeit über Unterschiede hinweg gelingen kann.

Eithne Knappitsch
Eithne Knappitsch © FH Kärnten

Grenzen sitzen tief

„Das ist die Zukunft“, sagt Knappitsch. Deshalb beschäftigt sie sich in ihrer Forschung mit Fragen, die Unternehmen aktuell bewegen. Im Bereich „Virtual Exchange“ untersucht sie, wie Künstliche Intelligenz Teamprozesse verändert und wie internationale Zusammenarbeit über digitale Räume hinweg gelingen kann.

Doch bei aller Forschung geht es ihr immer um den Menschen. „Grenzen sitzen tief – egal ob in Organisationen, in Ländern oder in Unternehmen“, sagt sie. Interkulturalität sei deshalb keine bloße Theorie, sondern beginne dort, wo Menschen bereit sind, die eigene Perspektive zu hinterfragen.

Seriell begeisterungsfähig

Nach Österreich kam die gebürtige Irin ursprünglich nur für ein Jahr als Sprachassistentin. Aus dem Zwischenstopp wurde eine Heimat. Nach Stationen an der Universität Klagenfurt und im nordirischen Parlament fand sie an der FH Kärnten ihren Platz. Seit 2019 kuratiert sie außerdem TEDx Klagenfurt und bringt Menschen und ihre Ideen auf die Bühne. Ihr Motto: „Ideas change everything.“

Privat lebt Eithne Knappitsch mit ihrem Mann, einem Tontechniker, und ihren drei Kindern in Klagenfurt. Die Familie reist regelmäßig nach Irland, ihrer zweiten Heimat. Sie selbst liest viel, liebt das Theater und bezeichnet sich selbst schmunzelnd als „Serial Enthusiast“ – als jemanden, der sich immer und immer wieder für Neues begeistern kann.