Dass er lange Zeit Englisch gesungen hat, war bei Lucas Fendrich wohl „eine Gegenbewegung“, sagt er. Jetzt hat der Sohn von Rainhard Fendrich doch zum Austropop gefunden und arbeitet gerade an seinem zweiten Album in diesem Genre: „Es ist genug Platz für zwei Fendrichs in Österreich“, sagt er im Interview.
„Als Künstler kommt man nie an“
Seine Stimme – und so viel Vergleich muss dann doch sein – ähnelt dem Herrn Papa sehr und er sieht ihm auch ähnlich. Mit „Palmentapeten“ hat er gerade eine neue Single veröffentlicht: „Ich geh so furchtbar gern auf Reisen, aber sitz fest in Perchtoldsdorf“, singt er dort mit Schmäh und Ironie. „Ende September wird das zweite Album erscheinen“, kündigt der 41-Jährige an. Bis dahin wird er noch einige Singles herausbringen: „Früher hat man ein Album gemacht und Singles ausgekoppelt. Heute ist es umgekehrt. Man veröffentlicht Songs, die sich zu einem Album ansammeln.“ Als er mit dem Schreibprozess zum Vorgänger-Album „Rezeptfrei“ begonnen hat, kristallisierte sich erst heraus, dass der Austropop für ihn jetzt gerade richtig passt. „Als Künstler kommt man nie an, man entwickelt sich immer weiter. Ich habe mit dem Austropop ja erst angefangen.“ Jetzt möchte er diesem Stil noch eine Zeit lang treu bleiben, aber den „roten Faden zu einem roten Seil“ ausbauen: „Das Songschreiben macht mir viel Spaß, ich arbeite da schon auch autobiografisch.“ Die neue Single „Palmentapeten“ handelt davon, dass „es nicht immer teure Urlaube sein müssen. Bei uns ist es auch schön.“ Und so singt er darin über die Liebe und die Zweisamkeit im trauten Österreich anstatt in Bali am Strand: „Wenn man jemanden liebt, ist es egal, wo man ist.“
Von Hunger zu Fendrich
Und jetzt eben alles auf Deutsch: „Ich habe anfangs englischsprachige Musik gemacht, weil ich vermeiden wollte, dass man mich mit meinem Vater vergleicht. Das hat sehr lange Spaß gemacht. Jetzt bin ich froh, dass ich Austropop mache. Man sieht ja auch, dass die Austropop-Musiker auf dem Vormarsch sind und große Venues ausverkaufen.“ Er lebte eine Zeit lang in Los Angeles und mit seiner Band Hunger schaffte er es mit dem Song „Amused“ auch in den Soundtrack der Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“. Während früher die Radiostationen nicht offen für österreichische Musik waren, habe sich das heute geändert. Im Sommer ist Lucas Fendrich einige Male zu sehen, unter anderem ist er am 27. Juli als Support von Thomas Stipsits in Leoben und tritt am 18. und 19. September bei der Starnacht in der Wachau auf. Auch einige Weihnachtsshows hat er schon geplant, zumal ja sein Weihnachtssong „Die Tante Hilde“ ein Hit war. Aber jetzt ist noch Sommer und Fendrich träumt in dieser Zeit eben von „Palmentapeten“.