Friaul-Julisch Venetien zählt zu den spannendsten Genussregionen Italiens, und genau daraus entsteht eine Küche, die bodenständig, vielfältig und überraschend fein ist. Die Wein- und Genussstraße Friaul-Julisch Venetiens verbindet diese kulinarischen Traditionen mit Produzent:innen, Weingütern, Restaurants und Erlebnissen, die das Gebiet auf besonders sinnliche Weise erschließen. Auch rund um Pordenone zeigt sich diese Vielfalt. Hier reicht der Blick von den Voralpen bis in die Ebene des Tagliamento, von historischen Dörfern bis zu den weiten Schotterlandschaften der Magredi. Diese „mageren Böden“ prägen nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch den Weinbau. Sie sind trocken, steinig und durchlässig – ideale Voraussetzungen für Reben, die tief wurzeln müssen und Weine mit Frische, Eleganz und klarer Struktur hervorbringen. Im Mittelpunkt steht die DOC Friuli Grave, das flächenmäßig größte DOC-Gebiet der Region. Die Weine tragen hier traditionell den Namen der Rebsorte, aus der sie gekeltert werden. Zu den prägenden Sorten zählen Pinot grigio, Friulano, Merlot, Cabernet Sauvignon und Refosco dal Peduncolo Rosso. Die Weißweine präsentieren sich meist frisch, fruchtig und elegant, während die Rotweine jung, harmonisch und duftig, mit Reife, aber voller und strukturierter wirken.
Friauls Weinproduzent:innen
Die Qualität der Weine verdankt sich nicht zuletzt engagierten Produzent:innen, die das Potenzial der Friuli Grave seit Jahrzehnten prägen. Forchir Viticoltori in Friuli verbindet moderne Weinbauphilosophie mit den charakteristischen Böden der Ebene, während Vistorta Weinbau, Landschaftsarchitektur und Geschichte auf besondere Weise vereint. Das Weingut I Magredi macht die gleichnamige Landschaft der Schotterebene zum Ausgangspunkt seiner Weine, und die Vivai Cooperativi Rauscedo haben sich als eines der weltweit bedeutendsten Zentren für Rebschulen und Rebenvermehrung einen internationalen Namen gemacht.
Das Weingut Gelindo dei Magredi bietet auch die Möglichkeit der „Touristischen Weinlese“, eine besondere Erfahrung für Groß und Klein.
Typische Produkte und Küche
Die Küche des Pordenone-Gebiets ist ebenso stark mit ihrer Landschaft verbunden. In den Tälern und Voralpen entstanden Spezialitäten, die aus einfachen Zutaten, alten Konservierungstechniken und regionalem Wissen hervorgingen. Eine der bekanntesten ist die Pitina IGP, eine geräucherte Fleischspezialität aus dem Berggebiet nördlich von Pordenone. Der Biscotto Pordenone erinnert mit Weizen- und Maismehl, Mandeln, Butter und Eiern an die Backtradition der Stadt. Die Cipolla Rossa di Cavasso Nuovo steht für die bäuerliche Kultur der Pedemontana, während der Figo Moro da Caneva als kleine, dunkle Feigensorte seit Jahrhunderten geschätzt wird.
Besonders gut schmecken auch die lokaltypischen Käsesorten wie Formadi Frant und Asìno sowie Ziegenricotta, Büffelkäse und Caciotta aus der Molkerei Latteria di Aviano.
Restaurants entlang der Wein- und Genussstrasse
Wer diese Küche erleben möchte, findet rund um Pordenone ausgezeichnete Adressen. „La Torre“ in Spilimbergo verbindet regionale Küche mit der besonderen Atmosphäre eines historischen Schlosses. Im Herzen des Städtchens überzeugt auch die „Osteria da Afro“ mit besonderen Gerichten wie der Friaulischen Balote. Das Ein-Stern-Restaurant „La Primula“ in San Quirino steht für gehobene Küche zwischen Tradition und Innovation. In Pordenone selbst erzählt „Al Gallo“, ein traditionsreiches Lokal seit 1850, von der engen Verbindung zwischen Stadtgeschichte und Gastronomie. Das Ristorante „F.lli Martin“ wiederum setzt auf friaulische Gastlichkeit und eine Küche, die regionale Geschichten auf den Teller bringt. So wird die Gegend rund um Pordenone zu einem Reiseziel für alle, die Genuss nicht nur als Geschmack, sondern als Zugang zu einer Region verstehen. Wein, Produkte, Landschaft und Gastfreundschaft bilden hier ein Zusammenspiel, das von der Geschichte des Landes erzählt – und zugleich zeigt, wie lebendig seine kulinarische Kultur bis heute ist.