Schulen geben hitzefrei, Prüfungen könnten verschoben werden, in Freibädern suchen die Steirerinnen und Steirer nach Abkühlung von der Hitzewelle – das Hoch kündigt sich für Samstag mit prognostizierten 36 Grad an. Eine Zahl, die vor allem für vulnerable Gruppen schnell gefährlich werden kann. Um sowohl Patientinnen und Patienten als auch das Personal zu schützen, werden in den Häusern der KAGes gezielt Maßnahmen gesetzt, um die Hitze aus den Krankenhausräumlichkeiten fernzuhalten. Auch die Planung zukünftiger Bauten wird durch den Klimawandel beeinflusst.

In Operationssälen, Aufwachräumen und neuen Ambulanzen wird die Temperatur regelmäßig geprüft und überwacht. „Hier wird in jedem Fall gekühlt“, heißt es seitens der KAGes. Auf den Stationen der neuen Chirurgie am Universitätsklinikum in Graz werden auch die Personalstützpunkte und Patientenzimmer – unter der Verwendung von Geothermie. In Feldbach und Fürstenfeld, den Standorten des LKH Oststeiermark, werden Stationen ab Juni „aktiv gekühlt“. „Die zentrale Kälteerzeugung wird für die Kühlung verstärkt.“ Im kommenden Jahr soll zudem die Kühlanlage des LKH-Standorts Weiz modernisiert und erweitert werden.

Die alten Gebäude, die teils unter Denkmalschutz stehen, machen Modernisierungsarbeiten und nachträgliche Verbesserungsmaßnahmen zur Herausforderung, wie die KAGes informiert.

Altmodisches Lüften statt Kühlung

Erst seit 2024 schreibt die sogenannte „ÖNORM H 6020“ vor, dass es bei Neubauten und bei Sanierungen auch in Patientenzimmern ein Temperaturmanagement geben muss. „Diese Vorgaben werden bei Neubauten der KAGes selbstverständlich berücksichtigt“, so die KAGes. So gebe es auch in der kürzlich übersiedelten Abteilung für Pneumologie in Bruck nun Kühlungsmöglichkeiten. Schon davor habe es Bemühungen gegeben, in den Räumlichkeiten im Hochsommer moderate Temperaturen zu halten. „Bei den immer längeren und intensiveren Hitzeperioden war das aber nur begrenzt möglich.“

In Patientenzimmern, die noch über keine Kühlungsmöglichkeit verfügen, wird auf altmodische Methoden zurückgegriffen: Frühes Lüften und Abschattung. Auch gekühlte Getränke werden dort zur Verfügung gestellt. „Zunehmende Hitzeperioden bringen allerdings jede Form der Kühlung an ihre Belastungsgrenze, es wird daher in den kommenden Jahren laufend Investitionen in das Temperaturmanagement geben müssen.“