„Nicht auszudenken, was hier hätte passieren können“, sagt ein Feuerwehrmann. 27 Kinder und ihre Betreuer wurden am Donnerstag aus einem brennenden Bus gerettet. Sie waren am Weg nach Klagenfurt, als auf der Schnellstraße S6 im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag im Heckbereich des Fahrzeuges ein Feuer ausgebrochen ist. Die insgesamt 33 Passagierte konnten den Reisebus rechtzeitig verlassen und sich in Sicherheit bringen.

Vom Pannenstreifen auf das Spielfeld

Jetzt wurde bekannt, dass es sich bei der Reisegruppe um junge Sportler gehandelt hat, die zu den legendären „United World Games“ nach Kärnten unterwegs waren, die am Freitag im Wörtherseestadion eröffnet wurden. „Bei den Kindern, die in dem Bus waren, handelt es sich um Volleyballspielerinnen und Fußballer aus der Türkei“, sagt Organisationsleiterin Elisabeth Puschan. Die Sportler sind keine 13 Jahre alt. „Sie sind mit ihren Teams von der Türkei nach Wien geflogen und wurden dort von einem ungarischen Reisebus abgeholt, der sie nach Klagenfurt bringen sollte.“ Dabei kam es zum gefährlichen Fahrzeugbrand.

Doch die Kinder haben sich nicht unterkriegen lassen. Sie bewiesen Ausdauer und Sportsgeist: Nur einen Tag nach dem Unfall, standen sie mit 9000 anderen Teilnehmern aus 30 Nationen im Wörtherseestadion und feierten die Eröffnung der Jugendspiele.

Organisatorin Puschan ist erleichtert: „Zum Glück waren alle Kinder fit und spielfähig.“ Und wie sie gespielt haben! Die Jungs und die Mädchen aus der Türkei hatten den Schock der Anreise schnell weggesteckt und blieben voll am Ball. „Die türkischen U-13-Fußballer von Atasehir Bahcesehir erreichten in der Vorrunde den zweiten Platz in ihrer Gruppe und die Volleyballspielerinnen schafften in der Gruppenphase ebenfalls Platz zwei“, berichtet Puschan. Beide Teams - Jungen und Mädchen - schafften es am Sonntag ins Viertelfinale und erreichten im Gesamt-Ranking Platz fünf.

Vom Pannenstreifen auf das Spielfeld, die Spieler von Atasehir Bahcesehir
Vom Pannenstreifen auf das Spielfeld, die Spieler von Atasehir Bahcesehir © UWG/Michaela Candrova

Aber was sind schon Platzierungen und Tabellen: Schulkinder, die aus einem brennenden Bus flüchten, am Pannenstreifen auf die Rettung warten und nicht einmal 24 Stunden später voller Freude im Stadion stehen, sind in jeder Hinsicht Gewinner. „Wir sind sehr froh, dass alles so ausgegangen ist und dass die jungen Sportler mit so vielen Jugendlichen aus aller Welt in Klagenfurt die Zeit ihres Lebens hatten“, heißt es von den United World Games.