Die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe oberhalb des Pasterzengletschers mit dem großen Parkhaus, einer Gastronomie und mehreren Ausstellungen ist der Endpunkt und einer der Höhepunkte der Glocknerstraße. Sie trägt ihren Namen nicht zufällig. Tatsächlich ist der Monarch dort gewesen. Der Besuch jährt sich heuer zum 170. Mal. Aus diesem Anlass wurde am Mittwoch eine neue Ausstellung an Ort und Stelle eröffnet, die sich unter dem Namen „Gipfeltreffen Eurer Majestäten“ mit der damals sehr beschwerlichen Reise beschäftigt.
Franz Joseph habe bei dieser Reise im Sommer 1856 sein Reich und die Bevölkerung kennenlernen wollen, sagte der Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG (Grohag), Johannes Hörl, bei der Eröffnung. Und angeblich wollte er alles auch seiner jungen Frau Elisabeth, besser bekannt als Sisi, zeigen, die ihn begleitete. Die Kuratorin der Ausstellung, Sybille Kampl, sagte: „Mit der Ausstellung möchten wir den Blick hinter die oft idealisierten Bilder dieser Reise lenken. Im Mittelpunkt steht nicht nur die symbolische Kraft des Kaiserbesuchs, sondern auch die gesellschaftlichen, politischen und ganz menschlichen Dimensionen eines solchen Aufbruchs.“ So berichtet die Ausstellung auch über eine Aussprache des Paares während der Reise über die Erziehung der Kinder. Sie führte dazu, dass Franz Joseph brieflich seine Mutter Sophie rügte.
Das Kaiserpaar besuchte 60 Orte in zwei Wochen
Die Reise des Paars durch Kärnten, Slowenien und die Steiermark dauerte vom 2. bis zum 14. September 1856. Von Wien bis Bruck an der Mur ging es mit der Bahn, weiter mit der Kutsche. Die Strapazen der Reise waren enorm. An beinahe 60 Orten wurde für Empfänge, Besichtigungen und andere offizielle Termine gehalten, übernachtet wurde in der Regel in Schlössern. Am 6. September traf man in Heiligenblut ein. Mangels noblerer Quartiere wurde im Pfarrhof übernachtet. Am Abend kam Gämse auf den Tisch.
Sisi musste bei der Elisabethruhe zurückbleiben
Der 7. September begann um 3 Uhr mit einer Messe. Dann brachen insgesamt 118 Personen Richtung Pasterze auf. Franz Joseph ging zu Fuß, Sisi ritt. Natürlich soll der Kaiser Edelweiß für seine Frau gepflückt haben. Sisi blieb schließlich bei der „Elisabethruhe“ im Bereich des heutigen Glocknerhauses vor dem letzten Aufstieg zurück und wurde dort mit Kärntnerliedern unterhalten. Die damals 18-Jährige war zwar sportlich, hatte aber erst acht Wochen vor der Reise ihre zweite Tochter zur Welt gebracht. Franz Joseph stieg mit 41 Begleitern zum frisch verschneiten Hohen Sattel auf, der in der Folge in Franz-Josefs-Höhe umbenannt wurde. Man stieß mit Rotwein an. Am Höhepunkt des letzten Gletschervorstoßes reichte die Pasterze damals fast bis zum Aussichtspunkt hinauf. Heute muss man 300 Höhenmeter absteigen, um zu den Resten des Gletschers zu gelangen.
Neben der Ausstellung „Gipfeltreffen Eurer Majestäten“ wurde eine weitere Schau, die sich mit dem Essen am Hof beschäftigt, eröffnet. Sie nennt sich „Tafeln wie ein Kaiser“, wobei Franz Joseph allerdings am liebsten Schnitzel, Tafelspitz und Schinkenfleckerl aß. Ein ebenfalls neu gestalteter Panoramaweg mit Infotafeln verbindet die Plätze auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, die an den Monarchen erinnern. Und am Mittwoch wurden auch noch zwei vom Salzburger Heimatwerk entworfene Dirndl mit den Namen „Sisi“ und „Kaiserblick“ präsentiert. Hildegund Schirlbauer vom Heimatwerk sagte, das Alltagsdirndl „Sisi“ mit Henndorfer Rüsche und Leinen aus Kärnten verbinde die Traditionen Salzburgs und Kärntens und stehe für hochwertige, regionale Handwerkskunst.