Eine Einladung mit einem bitteren Beigeschmack hat der „Aktive Tierschutz Steiermark“ am Sonntag ausgeschickt. Der erste Bauabschnitt des neuen Außenbereichs für Hunde – wir haben berichtet – wird kommenden Mittwoch eröffnet. Allerdings dürfte auch ein Loch in der Finanzierung des desselben klaffen. Die Stadt Graz habe wenige Tage vor der Eröffnung mitgeteilt, dass man „das vorgesehene Finanzierungsdrittel nicht übernehmen wird.“
„250.000 Euro fehlen uns, wir haben noch keinen Plan, wie wir diese Summe aufbringen können“, sagt Katharina Gründl, bei „Aktiver Tierschutz Steiermark“ als Kassier und Pressebeauftragte tätig. Von der Stadt seien immer positive Signale gekommen, die Absage sei mehr als überraschend gewesen. Acht Jahre wurde der Außenbereich geplant, 16 „Reihenhäuser“ sowie eine Feuerwehrzufahrt wurden im ersten Bauabschnitt errichtet. Inklusive Rückzugsmöglichkeiten, Sichtschutzzonen und Sicherheitsschleusen. Maßnahmen, die Menschen und Tieren das Leben erleichtern sollen. Dieser Bauabschnitt war mit Kosten von etwa 700.000 Euro veranschlagt. Ein Drittel hat das Land getragen, ein Drittel die Arche Noah selbst, ein Drittel sollte von der Stadt Graz kommen.
Vor zwei Tagen sei aber die Absage gekommen, sagt Gründl im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. Ressortzuständig ist Stadträtin Claudia Schönbacher (KFG). Man habe sich „mit Nachdruck bemüht, finanzielle Mittel für die dringend notwendigen Umbauarbeiten sicherzustellen“, hieß es am Sonntag aus Schönbachers Büro gegenüber der Kleinen Zeitung.
Im Dezember habe es dazu auch einen grundsätzlich übereinstimmenden Besprechungstermin mit dem zuständigen Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ) gegeben. Schließlich sei aber die negative Antwort aus dem Büro des Finanzstadtrates eingegangen. Argumentiert sei, so Schönbacher-Sprecherin Jasmin Hans, mit den Auswirkungen der Konflikte zwischen USA, Israel und dem Iran auf die globale Wirtschaft worden – diese würde auch die Stadt Graz treffen. Die Teuerungen würden das Stadtbudget belasten, aus diesem Grund müsse man diverse Investitionen auf den Herbst verschieben. Hans attestiert der Stadtregierung fehlenden politischen Willen, „dringend benötigtes Geld in die Hand zu nehmen. Finanzstadtrat Eber war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
In Planung sind weitere Bauabschnitte, insgesamt drei. Die Gesamtsumme wird sich in der Höhe von etwa zwei Millionen Euro bewegen.