Greenpeace kritisiert die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko als Paradebeispiel für Greenwashing. Während die Nachhaltigkeitsstrategie der FIFA eine Klimaneutralität bis 2040 angibt, werde diese WM die klimaschädlichste der Geschichte, betonte die Umweltorganisation am Donnerstag in einer Aussendung. Besonders scharfe Kritik übt Greenpeace an der Auswahl der Sponsoren.
Anstatt auf echte Nachhaltigkeit zu setzen, diene das Event Konzernen wie Aramco, Coca-Cola, Unilever und Qatar Airways als milliardenschwere Werbefläche, wird kritisiert. Greenpeace fordert die FIFA daher auf, „diese Scheinheiligkeit zu beenden, ihre Vorbildwirkung endlich ernst zu nehmen und fossile sowie umweltschädigende Sponsoren konsequent auszuschließen“, hieß es in der Mitteilung.
„Es ist eine bittere Ironie, dass ausgerechnet Konzerne, die die Lebensgrundlagen künftiger Generationen zerstören, auf der größten Bühne des Sports gefeiert werden“, zeigte Greenpeace-Sprecherin Ursula Bittner Unverständnis. „Es ist höchste Zeit, dass Player wie die FIFA Verantwortung übernehmen und fossile Giganten konsequent als Sponsoren ausschließen, statt das Klima für Profit zu opfern“, lautet ihre Forderung.
Sport-Events als Vorbilder für nachhaltiges Handeln
Laut Informationen von Greenpeace sei der saudi-arabische Energiekonzern Aramco etwa - wäre er ein Land - für den viertgrößten CO2-Ausstoß der Welt verantwortlich. Coca-Cola wurde Greenpeace zufolge bereits das sechste Jahr in Folge als größter Plastikverschmutzer weltweit identifiziert und versuche aktiv, Umweltgesetze zu schwächen. Auch der Konsumgüterriese Unilever trage demnach trotz gegenteiliger Versprechen weiterhin massiv zur globalen Plastikkrise bei, nannte die Umweltorganisation ein paar Beispiele und warf der FIFA klassisches Greenwashing vor. „Sportgroßveranstaltungen müssen als Vorbild für nachhaltiges Handeln dienen, anstatt als Werbefläche für die Zerstörung des Planeten missbraucht zu werden“, wünscht sich Bittner.
Maßgeblich verantwortlich für die schlechte Klimabilanz der diesjährigen WM ist aber auch der neue Spielmodus mit mehr Spielen und damit auch mehr Flügen. „Die Ausweitung der WM auf 48 Teams und 104 Spiele entlarvt die Nachhaltigkeitsstrategie der FIFA als Greenwashing“, kritisiert Greenpeace. „Während der Verband kommuniziert, seine Emissionen bis 2030 um 50 Prozent zu senken und bis 2040 klimaneutral sein zu wollen, führt der neue Spielmodus zu einer Explosion des Flugverkehrs in Nordamerika.“
Geschätzte neun Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten
Expertinnen und Experten schätzen demnach, dass die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 mit geschätzten neun Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten das bisher „klimaschädlichste“ Turnier der Geschichte wird, so Greenpeace. Das entspreche fast einer Verdoppelung des Fußabdrucks im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen vier Weltmeisterschaften.