Seit zwei Jahren widmen sich Caritas, Land Kärnten, AMS und Spar Kärntens wohl größter Herausforderung, dem demografischen Wandel. Gelingen soll das durch die berufliche Qualifizierung von Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund. Dafür wurde das „perspektiven.werk“ als gemeinsame Einrichtung gegründet – ein Projekt, das Menschen mit geringen Aussichten auf langfristige Arbeitsmarktintegration durch praxisnahes „Training on the Job“ fördert.

Am Montag zogen die vier Partner Zwischenbilanz: Von 52 Projektteilnehmern haben 36 die Qualifizierung abgeschlossen, 27 wurden in Beschäftigung vermittelt. Caritas-Kärnten-Chef Ernst Sandriesser sieht in der Vermittlungsquote von 75 Prozent einen Erfolg: „Wir befähigen Menschen, auf eigenen Beinen zu stehen.“ Dass mit der beruflichen Integration auch die soziale in der Gesellschaft einhergehe, betont Sabine Schnitzer von der Caritas.

Vielfalt als „gelebte Realität“

Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ), in seiner Funktion als Arbeitsmarkt- und Flüchtlingsreferent, bezeichnet das Projekt als Beispiel für gelungene Integration. AMS-Chef Peter Wedenig erklärt, dass die demografische Entwicklung zwar nicht für Kärnten spreche, die Vernetzung der Partner jedoch sehr wohl. Dazu zählt auch die Zusammenarbeit mit dem privaten Handelsunternehmen Spar. Dessen Geschäftsführer für Kärnten und Osttirol, Andreas Ender, sieht durch das Projekt positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in den Ballungsräumen. Spar suche laufend motivierte Fachkräfte, Vielfalt sei dabei „gelebte Realität“. Viele der praxisnah ausgebildeten Teilnehmer würden anschließend von Spar übernommen. Bei Spar in Kärnten und Osttirol arbeiten Beschäftigte aus über 20 Nationen.

Ein Beispiel dafür ist der 27-jährige Abdul Basir Stanikzai. Er flüchtete 2022 vor den Taliban aus Afghanistan nach Kärnten – als landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter mit kaum Deutschkenntnissen. Nach einem Jahr im Rahmen des „perspektiven.werk“ in einem Klagenfurter Spar-Supermarkt in der Feldkirchner Straße – eingebettet in das Qualifizierungs-, Beratungs- und Coachingprogramm „Perspektive Handel Caritas“ – ist er laut Caritas heute Vollzeitmitarbeiter mit guten Deutschkenntnissen. Ihm ist der Sprung in den ersten Arbeitsmarkt gelungen.