Rudi Grill ist hochzufrieden. „Organisatorisch hat alles reibungslos funktioniert“, sagt der Obmann des Narzissenfestvereins am Tag nach dem 66. Narzissenfest im Ausseerland. Es habe keine größeren Probleme gegeben, kleinere seien schnell gelöst worden. Auch das Feedback der Besucherinnen und Besucher sei sehr positiv gewesen. Grill: „Sie haben unsere Idee vom entspannten Stadtfest erkannt und gelebt.“
Zwischen 14.000 und 15.000 dürften es in Summe gewesen sein, schätzt der OK-Chef. Dass man damit nicht ganz an die rund 17.000 Besucher aus dem Vorjahr in Altaussee anknüpfen konnte, sei auf den fehlenden Feiertag und die Tatsache, dass es beim Termin in Bad Aussee keinen Bootskorso gebe, zurückzuführen.
„Es gelingt auch an der Traun“
Letzter Umstand bringe aber auch einen Vorteil mit sich, merkt Pamela Binder, die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Ausseerland-Salzkammergut, an. Während beim Fest in Grundlsee und Altaussee die Figuren ab Mittag auf die Boote verladen werden, hätten die Besucher in Bad Aussee deutlich mehr Zeit, die blumigen Kunstwerke zu bestaunen.
Das Fest-Fazit der obersten Touristikerin der Region? „Ein großer Erfolg in jeder Hinsicht.“ Die Stimmung sei „toll“ gewesen und auch das Wetter – im Vorfeld ein Fragezeichen – „war uns wohlgesonnen“. Das Narzissenfest 2026 habe gezeigt: „Es gelingt auch an der Traun – die Abwechslung macht‘s.“
Ausreichend Parkplatzkapazitäten
Weil die Figuren über einen längeren Zeitraum ausgestellt waren, hätten sich auch die Besucher über den ganzen Tag verteilt. „Manche sind erst gekommen, als andere schon wieder gefahren sind“, erzählt Grill. Dadurch seien die Parkplätze nie zur Gänze ausgelastet gewesen, auch bei den Haltestellen der Shuttlebusse habe es nie längere Wartezeiten gegeben.
Aus den Engpässen in der Gastronomie beim Vorjahresfest in Altaussee habe man seine Lehren gezogen. „Die Standler waren heuer besser vorbereitet.“ Für Polizei und Rotes Kreuz, die mit zahlreichen Kräften vor Ort waren, habe es erfreulicherweise keine nennenswerten Einsätze gegeben.
2000 ehrenamtliche Helfer
Die diesjährige Auflage des Narzissenfests war also ein voller Erfolg. Maßgeblich dafür verantwortlich: die rund 2000 ehrenamtlichen Helfer. Für die Organisation des Fests, die Pflege der Narzissenwiesen oder das Stecken der Figuren opfern sie viele Stunden ihrer Freizeit.
Die Ehrenamtlichen sind die heimlichen Stars der Veranstaltung. Die offensichtlichen sind die Narzissen. Rund 1,3 Millionen sind heuer für Österreichs größtes Blumenfest gepflückt worden. Allein für die Siegerfigur, den legendären VW-Käfer „Herbie“, waren über 120.000 vonnöten.
Nächstes Fest eine Woche früher
Wer nächstes Jahr das Erbe des legendären Filmautos antritt, entscheidet sich am 23. Mai in Grundlsee. Das Fest 2027 ist damit eine Woche früher als bisher angesetzt. Man habe sich aus vegetationsbedingten Gründen für einen früheren Termin entschieden, erklärt OK-Chef Grill.
„Es hat 66 Jahre lang fast immer mit Ende Mai funktioniert, aber heuer und in den letzten Jahren ist es mit der Vegetation schon sehr knapp geworden.“ Man stimme den Termin immer mit den Korsoteilnehmern ab und deren einhelliger Tenor sei gewesen, dass man eher auf den Feiertag – Fronleichnam am 27. Mai – als auf die Blumen verzichten könne.