Eine historische Leistung in Rom – von einem wahren Kämpfer aus Osttirol. Mit der Schlussetappe des Giro d’Italia am Sonntag fixierte Felix Gall den zweiten Platz in der Gesamtwertung des traditionsreichen Radrennens. Dass der aus Nußdorf-Debant stammende Radstar mit dem Parforceritt durch Italien einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere erreicht und ein starkes Ausrufezeichen für den österreichischen Radsport gesetzt hat, blieb auch der Landespolitik nicht verborgen. In die Schar der Gratulanten reiht sich nun Landeshauptmann Anton Mattle ein: „Felix Gall hat beim Giro d’Italia eindrucksvoll bewiesen, dass er zur absoluten Weltspitze im Radsport zählt. Über drei Wochen hinweg hat er mit beeindruckender Konstanz, großem Kampfgeist und enormer Willensstärke überzeugt.“

Auch beim Empfang für Felix Gall nach der Tour de France 2023 in Nußdorf-Debant war Landeshauptmann Anton Mattle dabei
Auch beim Empfang für Felix Gall nach der Tour de France 2023 in Nußdorf-Debant war Landeshauptmann Anton Mattle dabei © EXPA / Huter

Die Strahlkraft des Osttirolers freut den ÖVP-Politiker besonders: „Dabei begeisterte er Millionen von Radsportfans und repräsentierte Tirol weit über die Landesgrenzen hinaus auf hervorragende Weise. Zu diesem großartigen zweiten Gesamtrang gratuliere ich ihm im Namen des Landes Tirol sehr herzlich.“

Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth (SPÖ) zeigt sich ebenso beeindruckt: „Felix Gall ist ein Aushängeschild des Tiroler Sports und ein Vorbild für viele junge Sportlerinnen und Sportler. Sein Weg an die internationale Spitze ist das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit, großer Disziplin und unermüdlichen Einsatzes“, so Wohlgemuth, der auch Sportreferent des Landes ist, weiter. „Der zweite Platz ist ein Meilenstein für den österreichischen Radsport und ein besonderer Erfolg für Tirol. Wir sind stolz auf seine Leistung.“

Der Fanclub in Piancavallo
Der Fanclub in Piancavallo © privat

Fanclub war am Wochenende dabei

Riesenjubel herrscht natürlich beim Fanclub von Felix Gall, der sich zum größten Teil aus Anhängerinnen und Anhängern aus der Osttiroler Heimat zusammensetzt. Gemeinsam fuhr man am Wochenende zur letzten schweren Bergeteappe und „brüllte“ den Team-Decathlon-Kapitän den teils sehr steilen Schlussanstieg ins Bergsportzentrum Piancavallo empor. Fanclub-Vorsitzender Stefan Mutschlechner: „Es war wirklich historisch. Unglaublich. So etwas habe ich noch nie erlebt.“

Zusammen mit dem Tourismusverband Osttirol und der Gemeinde will der Fanclub in den kommenden Tagen überlegen, wie man noch heuer etwas zu Ehren des „Gall-aktischen“ auf die Beine stellen kann. Bürgermeister Andreas Pfurner zur Kleinen Zeitung: „Es ist noch zu frisch für etwas Konkretes, aber wir planen sicher etwas.“ 2023, nach Galls erstem Etappensieg bei der Tour de France, kamen über 600 Radfans nach Nußdorf-Debant, um „ihren“ Helden zu feiern. TVB-Obmann Franz Theurl bestätigt die Pläne einer Neuauflage und huldigt Gall: „Jetzt ist er endgültig in der Phalanx der ganz Großen im Radsport angekommen.“

Der Bürgermeister fieberte mit

Mit Kuhglocken, Transparenten und lauter Stimme wird der Fanclub voraussichtlich wieder bei der Spanien-Rundfahrt, der Vuelta, dabei sein. Bis dahin ist Mutschlechner, auch Vizepräsident beim Skiclub Lienz, stolz auf seine Mitstreiter: „Mein großer Dank gilt an alle, die vor Ort dabei waren oder Felix zu Hause die Daumen gedrückt haben.“ Auch Pfurner fieberte vor dem Fernseher mit, nicht zuletzt, weil so viele bekannte Gesichter aus Nußdorf-Debant in den Live-Übertragungen zu sehen waren. Zu Galls Triumph selbst zeigt sich der Bürgermeister hingegen fast sprachlos: „Was soll ich da noch sagen? Es ist einfach nur sensationell.“