Als „Königin der Beeren“ wird die Erdbeere bei uns gerne bezeichnet. Sie markiert auch den Auftakt in die Beerenzeit und ist vor allem bei Selberpflückern sehr beliebt. Während Anbieter von einer rekordverdächtigen Saison im Vorjahr sprechen, ist heuer etwas Zurückhaltung angesagt. Die Nachfrage nach den Beeren sei fast überall groß, Sorgen bereitet den Betreibern vor allem der fehlende Regen.

Nachfrage trifft auf Trockenheit

„In diesem Jahr verzögert sich die Ernte ein wenig“, berichtet Andreas Kürbisch vom Erdbeerzentrum. Er betreibt in Deutschlandsberg, Saggau, Gasselsdorf und Haselbach insgesamt vier Erdbeerfelder in der Region. Als Ursache gibt Kürbisch den fehlenden Regen und die damit verbundene Trockenheit an. „Vor der Wärme hatten wir zudem noch mit Frost zu kämpfen“, ergänzt der Eibiswalder.

Andrea und Andreas Kürbisch freuen sich über große Nachfrage nach Erdbeeren, jedoch bremst die Trockenheit die Erwartungen
Andrea und Andreas Kürbisch freuen sich über große Nachfrage nach Erdbeeren, jedoch bremst die Trockenheit die Erwartungen © Privat

Die gleichen Erfahrungen machte auch Matthias Posch beim Feld im Heimschuh. „Der Frostschaden und die Trockenheit bremsten die Erwartungen. Ich befürchte, es wird eine mittelgute Saison“, meint Posch. Die Früchte seien wegen des Wassermangels heuer weniger groß ausgefallen.

Die Erdbeeren fallen in Heimschuh eher mittelgroß aus
Die Erdbeeren fallen in Heimschuh eher mittelgroß aus © KLZ / Andreas Neumayer

Zugenommen hat auch das Selberpflücken. An allen Standorten sei das Pflücken beliebt. „Die Leute denken bei Erdbeeren zuletzt mehr über die Herkunft nach. Die größte Kundengruppe sind Familien, die ihre Kinder zum Ernten mitnehmen, aber auch zunehmend junge Menschen kommen vorbei“, berichtet Kürbisch. Auch Posch erzählt von einer bunt gemischten Kundschaft. „Die Leute wollen eben wissen, woher das Produkt kommt, daher holen sie es sich am liebsten selber vom Feld. Auch der Preis dürfte eine Rolle spielen“, so der Feldbetreiber. So bezahlt man in Heimschuh am Feld für ein Kilogramm fünf Euro. Im Supermarkt kann der Preis gleich mal doppelt so hoch sein.

Schnell vergriffen waren die Früchte heuer in Oberragnitz bei Familie Treichler. „Wir öffneten am 13. Mai und das Interesse an den Beeren war groß. Auch wir mussten mit Frost kämpfen und gegenwärtig macht uns die trockene Periode zu schaffen“, erklärt die Ab-Hof-Verkäuferin Margit Treichler. Voriges Jahr waren laut Treichler vor allem die großen Früchte ein Anziehungspunkt für die Gäste. Dieses Jahr fallen die Erdbeeren mangels Flüssigkeit kleiner aus.

„Der Preis ist auch ein wichtiger Faktor. So ersparen sich die Leute die Kosten für Verpackung und Arbeit, die wir auch einkalkulieren müssen“, sagt Treichler.

Ulrike Treichler ist mit der bisherigen Ernte zufrieden
Ulrike Treichler ist mit der bisherigen Ernte zufrieden © KLZ / Andreas Neumayer