Wenn die ersten Erdbeerfelder öffnen, beginnt für viele im Bezirk Villach ein fixes Frühsommerritual: In der Hocke wird nach den süßen Früchten im Erdbeerfeld gesucht, gleich verkostet und der eine oder andere Kilogramm mit nach Hause genommen. Heuer fällt die Auswahl an Erdbeerländern allerdings kleiner aus als gewohnt. Frost, Hitze und Personalmangel verkleinern das Angebot.

Frost und Hitze machen den Pflanzen zu schaffen

Bei „Mikls Erdbeereck“ betrieben von Jakob Mikl und seinen Eltern Hans und Brigitta, ist das Feld in Hart bei Arnoldstein bereits geöffnet, am Wochenende soll die Saison dort richtig Fahrt aufnehmen. Das Feld in Goritschach bei Villach folgt Ende nächster Woche, jenes in Feistritz an der Gail bleibt heuer geschlossen. „Geöffnet ist täglich von 8 bis 19 Uhr. Selbstpflücker zahlen 4,70 Euro pro Kilo, gepflückte Erdbeeren kosten 11 Euro“, erklärt Mikl. Wer also nicht selbst pflücken möchte, kann die Erdbeeren auch im Selbstbedienungsladen Gams 24/7 an der B83 und bald wieder beim Automaten im Atrio kaufen. Der Preis ist um 40 Cent für Selbstpflücker und um einen Euro, für jene, die nicht selbst pflücken wollen, gestiegen. „Hauptgrund für die Preiserhöhung ist das immer höhere Risiko vor Wetterereignissen. In diesem Jahr hatten wir Trockenheit und Frost“, sagt Mikl.

Wetter und Personalmangel

Die „Erdbeeroase“, ein Familienbetrieb aus Oberkärnten, betreibt in der heurigen Saison nur einen Standort im Bezirk. Waren es im vergangenen Jahr noch die Standorte in Feistritz/Drau und Landskron/St. Andrä, hat man sich heuer entschlossen, sich nur auf das Feld in Landskron zu konzentrieren. „Wir sind ein Familienbetrieb, wir machen vieles selbst. Die Personalsuche ist auch nicht einfacher geworden“, erklärt Betreiberin Martina Schoaß. Der Kilopreis wurde für heuer auf 4,90 pro Kilogramm festgelegt, 60 Cent mehr als im Vorjahr.

Martina Schoaß und ihr Team sind in Landskron/St. Andrä täglich von 8 bis 19 Uhr vor Ort
Martina Schoaß und ihr Team sind in Landskron/St. Andrä täglich von 8 bis 19 Uhr vor Ort © KK/Privat

Kein Selbstpflücken mehr in Drobollach

Ganz aus dem Selbstpflückgeschäft zurückgezogen hat sich Familie Schwarz aus Bogenfeld bei Drobollach. Die eigenen Erdbeeren wachsen nur noch auf kleinerer Fläche und werden gepflückt im Hofladen sowie am Villacher Wochenmarkt verkauft. Der Preis liegt bei 11 Euro pro Kilo. „Mit dem Wetter ist es ein immer größer werdendes Risiko, einmal Frost, dann wieder Hitze“, sagt Harald Schwarz. Dazu kämen weniger verfügbare Flächen und Böden, die Erholung brauchen.