Undankbar. Anders lässt sich nicht zusammenfassen, wie mein Gegenüber am Samstag auf die Meldungen in den Radionachrichten reagiert hat, dass die Bundesregierung die Spritpreisbremse verlängern wird. „Wir haben eine Spritpreisbremse?“, fragte die junge Frau, die einen Verbrenner fährt.
So kann es bei dieser Hitze mit dem berühmten Tropfen auf den heißen Stein gehen: Er verdampft manchmal, bevor er angekommen ist. Vielleicht klappt‘s ja mit der Bremsung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Lebensmittel. Wetten würde ich darauf aber nicht. Sie kennen den Spruch: Wer bremst, verliert.
„Bitte wenden!“
Ich fahre ein E-Auto und habe deshalb andere Probleme – wahrscheinlich die späte Rache für eine 2010 veröffentlichte Kolumne, in der meine damals fünfjährige Tochter zu Wort kam. „Das Navi der Oma sagt immer: Bitte wenden!“, wusste sie über Autofahrten mit der Großmutter zu berichten.
Darüber kann ich nicht mehr lachen, seit mein Navi regelmäßig sagt: „Der Energieverbrauch ist zu hoch, um das Ziel sicher zu erreichen.“ Das passt irgendwie auch zur Bundesregierung, fällt mir gerade auf.
„Mein Beileid“
Im Unterschied zu den Damen und Herren in Wien ist mir aber wenigstens das Mitleid der Bevölkerung sicher. Am Sonntag erkundigte sich der Kassier nach meinem Einkauf auf der Tankstelle: „Getankt auch?“ Ich entgegnete: „Nein. Ich habe ein E-Auto.“ Seine Antwort kam prompt und aus tiefstem Herzen: „Mein Beileid.“
Für Ernsthafteres zum Thema empfehle ich Ihnen die Lektüre unseres Mobilitätsmagazins, das mein Kollege Didi Hubmann diesmal unter das Motto „Die Zukunft im Blick“ gestellt hat.
Gute Fahrt!