Die nächste Kärntner Gemeinde kämpft mit Folgen der Trockenheit: „Die Wasserstände sind zurückgegangen, wir mussten reagieren“, sagt der Arriacher Bürgermeister Gerald Ebner (FPÖ). Die Bürgerinnen und Bürger seiner Gemeinde werden seit gestern dazu aufgerufen, ihren Wasserverbrauch auf das „notwendige Ausmaß“ zu beschränken. Noch nie zuvor musste hier ein solcher Schritt gesetzt werden.
Durch den Klimawandel werden Dürren intensiver
„Es ist noch nicht Feuer am Dach, aber es ist eine notwendige Vorsichtsmaßnahme“, erklärt Ebner im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. Ein Grund für den Wassermangel sei neben der anhaltenden Trockenheit auch der starke Anstieg an Poolbefüllungen. „In Zukunft wird es eine Pool-Verordnung geben“, so der Bürgermeister. Aktuell ist das Befüllen von Schwimmbecken und Pools allerdings untersagt. Außerdem sind Bürgerinnen und Bürger dazu angehalten, das Bewässern von Rasen- und Grünflächen, das Waschen von Hauseinfahrten und Terrassen sowie das Waschen von Großgeräten zu unterlassen.
Zusätzlich bittet die Gemeinde alle Wasserbezieherinnen und -bezieher darum, ihre hauseigenen Wasserleitungen, Absperrventile, WC-Spülkästen, Heizungen, Boiler auf Dichtheit zu überprüfen und etwaige Mängel rasch zu beheben.
Rosental: Haushalte nachts ohne Wasser
Wie angespannt die Lage in der Region ist, zeigte sich zuletzt in St. Jakob im Rosental. Einigen Haushalten, die von der „Wassergenossenschaft St. Jakob im Rosental“ versorgt werden, wird seit vergangenem Freitag nachts das Wasser abgedreht, um einen Engpass auszugleichen. Franz Juritz, Obmann der Wassergenossenschaft St. Jakob im Rosental, erklärte, dass sich die ohnehin schon schwierige Lage aufgrund der Trockenheit am langen Pfingstwochenende, an dem viele Menschen zuhause waren und dementsprechend mehr Wasser verbrauchten, verschärfte.
Gemeinden müssen investieren
„Es werden noch mehr Gemeinden zum Wassersparen aufrufen“, sagt Heinrich Fritzl, zuständig für Siedlungswasserwirtschaft im Land Kärnten. „Die Gemeinden und Wasserversorger dürfen nicht darauf warten, dass es regnet. Sie müssen aktiv neue Quellen erschließen und Leitungen sanieren, damit es zu keinen Wasserverlusten kommt. Das kostet natürlich Geld und das in einer Phase, in der eigentlich gespart werden muss“, benennt Fritzl ein aktuelles Dilemma.