Beim 31:27-Heimsieg über Krems im Viertelfinale war es in der Balllspielhalle Ferlach brutal laut. Gestern, beim 20:24 gegen Vöslau (und damit dem Saison-Aus), war es brutal emotional. „Ich bin unglaublich leer“, kämpfte Adonis Gonzalez mit den Tränen. Der 31-Jährige beendet seine Karriere, wurde von seinen Ferlachern rund um Dean Pomorisac und mit Standing Ovations der Fans gebührend verabschiedet. Die Fans, sie erhielten auch von Ferlach-Boss Walter Perkounig viel Lob: „Die Unterstützung war unglaublich. Schade, dass die Reise nicht weitergeht.“
Die Chance war da
Ferlach führt in der zweiten Hälfte zeitweise mit plus drei Toren. In Minute 45 traf Toni Perkusic zum 19:17. Es blieb die nächsten 15 Minuten der einzige Treffer der Ferlacher! Vöslau drehte die Partie auf 19:24. Erst Markus Kelih beendete die Torsperre 54 Sekunden vor Schluss. „20 Tore daheim sind zu wenig“, weiß Perkounig. „Die Defensive war in beiden Spielen stark. Vöslau hatte den besseren Torhüter und die bessere Kaderbreite.“
Wird sich an der Ferlacher Kaderbreite etwas ändern? Das hängt von einer wichtigen Entscheidung ab. „Wir sind für den Europacup qualifiziert. Wir wissen aber noch nicht, ob wir auch daran teilnehmen werden. Der Grund sind die hohen Reisekosten“, verrät Perkounig. „Prinzipiell bin ich ein großer Befürworter, es zu machen, wenn man es sportlich schafft. Ich habe aber auch als Obmann eine Verantwortung.“
Fünf Spieler und der Trainer gehen
Ein „Ja“ zum Europacup hätte auch Kaderadaptierungen zur Folge. Perkounig und Sektionsleiter Ulf Ebner sind am Tüfteln. Fix sind die Abgänge von Gasper Dobaj, Tine Gartner und Luka Pernovsek, die nach Slowenien zurückkehren. Gonzalez hört ebenso auf wie Leander Krobath. „Diese Fünf wollten wir zu 100 Prozent mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs auffüllen. Für Europa und die Doppelbelastung werden wir aber mehr brauchen.“
Ebenso fix: Die Rosentaler brauchen einen neuen Trainer. „Robert Begus geht aus persönlichen Gründen nach Slowenien“, verrät Perkounig. „Wir haben im Verein Varianten im Kopf. Auf uns kommt viel Arbeit zu.“