Wasser ist ein kostbares Gut. Und wird es knapp, kann es schnell ungemütlich werden. In den Gemeinden Köttmannsdorf und Maria Rain ist die Lage derzeit so ernst, dass eine Bürgerinformation ergehen musste. In beiden Gemeinden besteht akuter Wassermangel.
Bezieher von Wasser aus der Gemeindewasserversorgung Köttmannsdorf werden aufgrund der Trockenheit verpflichtet, „den Wasserverbrauch auf das unbedingt notwendige Ausmaß einzuschränken“, teilt die Gemeinde am Dienstag, 26. Mai, auf ihrer Homepage mit. Verboten ist das Befüllen von Schwimmbecken und Pools, das Bewässern von Rasen- und Grünflächen sowie Hecken und Bäumen und das Waschen von Einfahrten, Terrassen, Fahrzeugen oder Großgeräten. Das Bewässern von Blumen und Gemüsebeeten ist nicht verboten, aber auf das „unbedingt erforderliche Ausmaß“ einzuschränken, schreibt die Gemeinde.
Hoher Verbrauch am Wochenende
In der Nachbargemeinde Maria Rain war die Lage am langen Pfingstwochenende noch dramatischer. „Normalerweise werden drei bis vier Liter pro Sekunde verbraucht. Am Wochenende waren es teilweise zehn bis elf Liter“, schildert Bürgermeister Franz Ragger (SPÖ) den Ernst der Lage. Die drei Hochbehälter drohten „auszutrocknen“, eine entsprechend scharf formulierte Warnung musste daher erfolgen. Um einen „totalen Systemausfall“ zu verhindern, gelten seit wenigen Tagen auch dort dieselben Regeln. Der Wasserverbrauch im Haushalt muss auf das absolute Minimum reduziert werden. Wer das missachtet, gefährdet nicht nur die Trink- und Löschwasserversorgung. „Selbst einfachste Dinge wie die Toilettenspülung fallen aus“, steht in der Warnung.
Dank dieser habe sich die Lage ein wenig beruhigt. Doch man sei weiterhin weit davon entfernt, von einer Entspannung sprechen zu können. „Es kann jetzt nicht jeder auf seiner Terrasse den Blütenstaub wegspritzen, das funktioniert nicht“, sagt Ragger, dem die andauernde Trockenheit im Hinblick auf die Sicherheit Sorgen bereitet. Bei Bränden musste die Feuerwehr bereits Wasser aus Pools saugen. Die Folgen eines großen Waldbrands, zu dem es in Maria Rain theoretisch kommen könnte, möchte sich Ragger gar nicht ausmalen. Er hofft daher weiterhin auf die Solidarität seiner Mitbürger.
Das Wasser bezieht Maria Rain aus den Quellen des Landschaftsschutzgebiets „Ewiger Regen“. Von dort aus fließt das Wasser in drei zentrale Hochbehälter und weiter in die Haushalte. Das 50 Kilometer lange Netz ist auch mit Klagenfurt verbunden. Im Ernstfall hilft die Landeshauptstadt aus. „In Spitzenzeiten mussten wir den Zufluss aufdrehen“, sagt Ragger.
Gemeinden müssen investieren
„Es werden noch mehr Gemeinden zum Wassersparen aufrufen“, sagt Heinrich Fritzl, zuständig für Siedlungswasserwirtschaft im Land Kärnten. „Die Gemeinden und Wasserversorger dürfen nicht darauf warten, dass es regnet. Sie müssen aktiv neue Quellen erschließen und Leitungen sanieren, damit es zu keinen Wasserverlusten kommt. Das kostet natürlich Geld und das in einer Phase, in der eigentlich gespart werden muss“, benennt Fritzl ein aktuelles Dilemma.
Die Situation rund um Klagenfurt sei laut Erich Eibensteiner, Geschäftsführer des Wasserverbandes Glan, entspannt. „Viele Klagenfurt-Land-Gemeinden können Wasser aus Klagenfurt beziehen. Durch das heiße Wochenende ist der Wasserspiegel in den Flüssen wieder zurückgegangen“, weiß Eibensteiner.