Lisa Tretnjak ist endgültig in ihrer neuen Gewichtsklasse angekommen. Nachdem die steirische Judoka Anfang des Jahres im Interview mit der Kleinen Zeitung öffentlich darüber gesprochen hat, wie das Abnehmen vor Wettkämpfen an ihrer Psyche zehrte, fühlt sich die 21-Jährige seit ihrer Umstellung von der Klasse bis 63 Kilogramm in jene bis 70 Kilogramm pudelwohl. „In den letzten Monaten habe ich viel Krafttraining gemacht, viel Muskelmasse zugelegt – es ist g‘scheit was weitergegangen“, sagt Tretnjak. Beim European Cup in Benidorm (Spanien) hat sie mit Platz sieben erstmals international in ihrer neuen Gewichtsklasse angeschrieben. Und das, obwohl die Vorbereitung nicht optimal verlief, stand sie in Spanien doch zunächst ohne Gepäck da: „Mein Koffer ist erst am Abend vor dem Wettkampf angekommen“, kann Tretnjak jetzt lachend erzählen.

Am Sonntag geht es für die Steirerin, die nach ein paar Tagen Trainingslager in Spanien wieder zurück in Österreich ist, im salzburgischen Straßwalchen auf die Matte, wo die ersten fünf Runden der Frauen-Bundesliga über die Bühne gehen. Mit Leibnitz ist Tretnjak dabei auf Mission Titelverteidigung, im November hatten sich die Steirerinnen im Final-Four-Turnier den ersten Ligatitel seit 33 Jahren geholt. „Ich würde nicht sagen, dass wir die Favoritinnen sind“, stapelt Tretnjak dennoch tief. „Die anderen Teams sind wie im letzten Jahr richtig stark, die meisten Begegnungen werden auf Augenhöhe sein. Man weiß ja auch nie, wie das andere Team aufstellt“, sagt Tretnjak, die im Rahmen von „Athleta“ als Spitzensportlerin eine Ausbildung bei der Justiz absolviert: „Es taugt mir voll, die Unterstützung ist extrem da. Das Modell ist echt super, ich habe einen fixen Vertrag bis April 2028. Da gibt es auch keinen Leistungsdruck, das ist sehr befreiend.“

Lisa Tretnjak steht wieder für Leibnitz auf der Matte
Lisa Tretnjak steht wieder für Leibnitz auf der Matte © GEPA

An diesem Wochenende wird bereits die erste Hälfte des Grunddurchgangs absolviert, die teilnehmenden Teams Leibnitz, Team Steiermark, Mühlviertel, Vienna, Flachgau und Reichraming kämpfen je einmal gegeneinander. An einem weiteren Tag steigt dann die Rückrunde, bevor dann in einem Final Four der Sieger gekürt wird. Gleich zum Auftakt geht es für die Leibnitzerinnen (Tretnjak, Verena Hiden, Michaela Höllwart, Sarah Mairhofer, Larissa Sickinger) gegen die Mühlviertlerinnen um Lubjana Piovesana, die nach der Finalniederlage im Herbst auf Revanche aus sein werden. Die wollen Tretnjak und Co naturgemäß verhindern: „Wir werden unser Bestes geben, sie gleich in der ersten Runde zu schlagen und ein Ausrufezeichen zu setzen.“ Nicht mehr mit dabei ist Katharina Tanzer, die ihre Karriere beendet hat. Das Team Steiermark um Emma Filzwieser möchte nach einer sieglosen Vorsaison endlich voll anschreiben.