Er war ein weithin bekanntes Original: Cafetier Franz Lex aus Stainz hat aus dem Café Lex ein viel besuchtes Refugium für Liebhaber heimischer Kaffeekultur und heimischer Kunst gemacht. Denn das Café war gleichzeitig eine einzigartige Galerie. Am 9. Jänner 2026 verstarb Lex im Alter von 77 Jahren. Nun kommt die Kunstsammlung aus dem Nachlass des Weststeirers, der nicht nur im Kaffeehaus, sondern auch in seinem privaten Anwesen zahlreiche Kunstwerke beherbergte, auf den Markt.
Internationale und nationale Künstler
„Rund 400 nationale und internationale Kunstwerke gelangen dabei online beim Auktionshaus ÖVG zur Versteigerung“, sagt Daniela Gaich vom Voitsberger Unternehmen ÖVG Versteigerungen. Historiker und Volkskundler Ernst Lasnik, der mit seiner fachlichen Expertise die Vorbereitungen gemeinsam mit der Voitsberger Künstlerin Renate Brandstätter begleitete, fügt hinzu: „Es sind mehr als 40 Künstlerinnen und Künstler vertreten, von internationalen Highlights wie Andy Warhol und Salvador Dalí bis zu heimischen Kapazundern, darunter Arnulf Rainer, Hermann Nitsch, Maria Lassnig oder Alfred Hrdlicka.“
Mit der Präsentation einer kleinen Auswahl der Exponate setzten die ÖVG-Geschäftsführer Claus Deutsch und Rupert Oswald mit Lasnik den Startschuss. „Für uns ist das bislang die größte Versteigerung im Kunstbereich. Unser Ziel ist es, hier in Zukunft stärker tätig zu sein“, sagt Oswald. Groß geworden ist das weststeirische Auktionshaus mit der Versteigerung von Firmenausstattungen nach Insolvenzen. Inzwischen werden auch regelmäßig private Sammlungen, von Fahrzeugen bis zu Antiquitäten, angeboten.
Vernissage am 16. Juni
In der Kunstauktion kommen etwa ein Etikett einer der berühmten „Campbell‘s Tomato Soup“-Dosen von Andy Warhol oder eigenhändige Abzüge von Werken von Maria Lassnig und Salvador Dalí unter den Hammer. Ins Auge sticht auch ein von Günter Waldorf gezeichnetes Plakat für die Premiere des Stücks von „Kaspar“ von Peter Handke, das der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Schriftsteller auch selbst unterschrieben hat.
Die Versteigerung soll im Juni über die Bühne gehen. Der Starttermin sowie der Tag für den Zuschlag werden von ÖVG demnächst bekannt gegeben. Fix ist: Präsentiert werden die rund 400 Werke am Dienstag, 16. Juni, ab 15 Uhr im Schloss Piber. „Wir sehen das als Vernissage. Dafür wird in den Prunkräumen wie auf einer Kunstmesse mit Kojen eine Galerie aufgebaut“, erläutert Claus Deutsch. Auch ein weiterer Besichtigungstermin ist in Planung, zudem werden auf Wunsch individuelle Termine angeboten.
Eine Galerie wird aufgebaut
Darüber, dass die Kunstsammlung von Franz Lex temporär ins Schloss Piber einzieht, freut sich auch Gestütsleiter Erwin Movia: „Unsere historischen Prunkräume sind als Ambiente dafür natürlich bestens geeignet.“ Im Rahmen der Vernissage am 16. Juni können auch Besichtigungen des weltberühmten Lipizzanergestüts und des Schlosses vereinbart werden. Für die Bewerbung der Auktion hat Tom Kozissnik von Rusk diese Woche ein Video mit den Protagonisten hinter der Auktion und den Kunstwerken im Schloss Piber gedreht.
Bei der Versteigerung von ÖVG kann jeder und jede Interessierte mitbieten, dafür ist nur eine Registrierung auf www.oevg-versteigerungen.at notwendig. An dem einen oder anderen Stück haben auch Lasnik und Brandstätter schon Interesse bekundet – natürlich müssen sie genauso wieder jeder andere online mitsteigern. Sichtlich angetan hat es Ihnen etwa das Werk „Ferrara“ von Friedrich Aduatz.