Herwig Zamernik aka Fuzzman bringt unterschiedliche Dinge, die scheinbar nicht zusammengehören zusammen: „Das ist der Plan und mein Spezialgebiet.“ Der Kärntner und Wahlwiener Zamernik ist zum bereits dritten Mal musikalischer Leiter der Festwochen-Eröffnung, die diesen Freitag „75 Jahre Schönheit und Skandal, 75 Jahre Kunstreligion“ verspricht. Am Wiener Heldenplatz spielt ab 21.20 Uhr die Musik (freier Eintritt). „Die Festwochen haben immer schon gespalten und Themen aufgegriffen, die Aufruhr verursacht haben“, sagt Zamernik.

Die Republik der Götter

„Republic of Gods!“ lautet der von Festival-Leiter Milo Rau ausgegebene Titel. Fuzzman hat dazu passenderweise die neu gegründete Festwochen-Band Gods Republic zusammengestellt, in der auch der Kärntner Stefan Gfrerrer spielt. Zamernik kuratiert Künstlerinnen und Künstler wie das Patti Smith Quartet, Cari Cari, Nenda und ist auch sehr stolz darauf, die norwegische Death-Metal-Band Witch Club Satan gewonnen zu haben: „Da passt schon der Bandnamen sehr gut zum Thema.“ Denn in der „Republic of Gods“, so Zamernik, gehe es um „Aberglauben, Religion“ und vieles mehr. Die „Godmother of Punk“ Patti Smith passe natürlich auch: „Wenn es eine Göttin in diesem Pop-Himmel gibt, dann Patti Smith.“

„Oh Wien“

Zamernik hat auch eine Hymne geschrieben: „Oh Wien“. Der Countertenor Steve Katona wird Zamerniks in Liebe und Wehmut schwelgendes Lied darbieten: „Eine Ode an Wien.“ Eine Hymne, die den Festwochen und Wien gut stehen wird. Zamernik selbst bezeichnet sich als Agnostiker, der im Glauben aber etwas sieht, „das wichtig ist für die Menschen. Alle brauchen etwas, woran sie sich festhalten können. Glauben an sich bietet Stabilität.“ Und solange Glauben „Leichtigkeit und Freude fördert, ist das positiv.“ Mit Festwochenleiter Milo Rau ist er mittlerweile ein eingespieltes Team: „Wir verstehen uns blendend.“ Nachsatz: „Beim Zusammenstellen von abstrusen Dingen, die uns logisch vorkommen.“