Wer in Villach durch die Leitegasse Richtung Widmanngasse geht, kennt dieses Haus. Vielleicht nicht seine Geschichte, aber die Auslage, die Dinge, die sich dort stapelten, den Geruch nach Altwaren, nach Geschichten aus zweiter Hand. Sie kennen den Namen Helmut Duhs, der hier seit 1977 einen Altwarenhandel betrieb und für viele Villacherinnen und Villacher Teil einer persönlichen Stadterinnerung wurde.

Helmut Duhs führte das Altwaren- und Trödelgeschäft ab 1977 in der Leitegasse, mit seinem Ableben vor drei Jahren endete die bisherige Geschichte des Hauses
Helmut Duhs führte das Altwaren- und Trödelgeschäft ab 1977 in der Leitegasse, mit seinem Ableben vor drei Jahren endete die bisherige Geschichte des Hauses © KLZ/Klaus Steiner

Beide Gebäude werden zusammen entwickelt

Nun hat das geschichtsträchtige Gebäude gemeinsam mit dem verbundenen Haus in der Widmanngasse 17 einen neuen Besitzer. Gekauft wurden die beiden Liegenschaften von der „Leiwid Projektgesellschaft GmbH“, Geschäftsführer ist Gerhard Kriegl. Für ihn ist die rund 434 Quadratmeter große zusammenhängende Immobilie das erste Projekt dieser Art in der Villacher Innenstadt. Es steckt kein lange vorbereiteter Plan dahinter, sondern ein Fund im Vorbeigehen, erzählt der neue Besitzer. Kriegl ist beruflich eigentlich in einem ganz anderen Feld tätig. Er gründete 2008 ein technisches Büro für Maschinenbau und Verfahrenstechnik.

Der Kauf ist für ihn aber kein klassisches Kerngeschäft. „Es ist ein Hobby“, sagt er. Derzeit gehe es nicht um große Ankündigungen, sondern um Grundlagenarbeit. „Wir sind aktuell in der Phase, wo wir eine Bestandsaufnahme machen“, sagt Kriegl. Man werde in den nächsten Monaten prüfen, was sich daraus entwickeln lasse.

Im Haus in der Widmanngasse 17 befand sich von 1753 bis 1778 der Glockengießer Lorenz Röder
Im Haus in der Widmanngasse 17 befand sich von 1753 bis 1778 der Glockengießer Lorenz Röder © KLZ/Klaus Steiner

Kein Abriss geplant, sondern Transformation in die Gegenwart

Klar ist für ihn bereits jetzt, dass die beiden Häuser zusammen gedacht werden. Leitegasse 5 und Widmanngasse 17 liegen zwar auf zwei getrennten Grundstücken, sind aber baulich und funktional miteinander verknüpft. Das soll auch so bleiben. Ebenso ist für Kriegl klar, dass das Gebäude nicht abgerissen werden soll. Innen werde sich vieles verändern, gleichzeitig sollen Gewölbe und Besonderheiten des Hauses möglichst bewahrt werden. Was genau entstehen wird, ist noch offen.

Dass diese Häuser mehr sind als alte Bausubstanz, zeigt der Blick in die Vergangenheit. Sandra Bertel vom Stadtmuseum hat die Spuren zusammengetragen. Historische Hinweise führen tief in die Stadtgeschichte. Für die Leitegasse 5 lassen sich seit dem späten 18. Jahrhundert Handwerker und Händler nachweisen. Prägend wurde im 19. Jahrhundert vor allem die Zirkelschmiede: Joseph Zangl und später sein Sohn Johann stellten hier Werkzeuge wie Setzwaagen, Anlagewinkel und Messstangen her.

Auch das benachbarte Haus Widmanngasse 17 war Teil dieses innerstädtischen Arbeits- und Wohnraums. Im 18. Jahrhundert ist dort ein Glockengießer belegt, später folgten Händler und Tischler.