Die Waschbären haben Hunger, die Kängurus warten auch schon, und der Stall der Kune-Kune-Schweine muss ausgemistet werden: Nein, langweilig wird es Daniel Prieler und seiner Familie nicht. In Scheifling (Bezirk Murau) bewirtschaften sie nicht nur einen Bauernhof mit Milchkühen, sie führen auch den „Tierpark Scheifling“ mit rund 600 Bewohnern.

Rund um den jahrhundertealten „Christamoar“-Hof ist über die Jahre hinweg ein Tierpark entstanden, der sich sehen lassen kann. Auf drei Hektar Fläche gibt es heute rund 25 Gehege und mehrere Spielplätze. „Ich bin mit Tieren aufgewachsen, das war immer mein Traum“, schildert Daniel Prieler. Schon vor 15 Jahren zogen am obersteirischen Bauernhof die ersten Kängurus ein. „Der Zoo ist eigentlich als Hobby entstanden, als er aber immer größer wurde, haben wir uns für eine Öffnung entschieden.“ Der Tierpark startete vor Kurzem in seine vierte Saison, die Besucherzahlen steigen jährlich an.

Aus einem Hobby wurde ein beliebtes Ausflugsziel: Daniel Prieler baut seit 15 Jahren am Tierpark
Aus einem Hobby wurde ein beliebtes Ausflugsziel: Daniel Prieler baut seit 15 Jahren am Tierpark © KLZ / Sarah Ruckhofer

Emus, Ponys, Antilopen

Bewirtschaftet werden Hof und Tierpark von Daniel Prieler gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Martina Würger, die Kinder Dominik (11) und Laura (9) helfen fleißig mit. Ebenso Freunde und Familie, „sonst wäre das gar nicht schaffbar“. Ein normaler Arbeitstag beginnt für Daniel Prieler an den Öffnungstagen des Tierparks um 4.30 Uhr Früh und endet weit nach 20 Uhr. „Klar ist es viel Arbeit, aber ich mache es gerne. Ich habe große Freude an meinen Tieren, und es taugt mir auch, wenn die Besucher sich freuen.“

Am und um den Hof auf 800 Meter Seehöhe leben etwa Waschbären, Kängurus (darunter seltene Albino-Tiere), Pfaue, Schweine, Zwergschafe, Esel, Ponys, Antilopen, Hasen, Emus, Nandus oder Meerschweinchen. Alle Gehege, alle Zäune und selbst die Wege hat Daniel Prieler selbst gebaut, dazu mehr als 400 Bäume gepflanzt. „Auch die Dächer, der Strom, das Wasser, sogar die Spielgeräte sind von mir. Da ist wirklich viel Zeit reingeflossen“, schmunzelt der Landwirt.

Sechs Waschbären leben im Tierpark
Sechs Waschbären leben im Tierpark © Sarah Ruckhofer

Seltene Rassen

Prieler beschäftigt sich seit Jahren mit der Zucht teils seltener Tierarten. Er hat etwa neun Mähnenspringer, auch Mähnenschafe genannt: „Es gibt nur eine Handvoll Züchter in Österreich“, berichtet der Scheiflinger stolz. Noch weniger gibt es bei den Girgentana-Ziegen. In Sachen Zucht steht er auch in engem Austausch mit bekannten Zoos, etwa Schönbrunn oder dem Tierpark Haag. „Wir tauschen die Tiere untereinander. Ich selbst habe schon Tiere von Züchtern aus ganz Europa geholt, und auch wir verkaufen an andere Zoos oder Private.“

Die seltenen Mähnenspringer
Die seltenen Mähnenspringer © KLZ / Sarah Ruckhofer

Seit wenigen Wochen gibt es im Tierpark einen neu gebauten Bereich, dort dreht sich alles um Tiere aus dem Himalaya-Gebiet. Yaks und Tahrs (eine Art Ziege) haben sich gut eingelebt. „Nächstes Jahr möchten wir die bestehenden Wege zu einem großen Rundgang zusammenschließen“, spricht Daniel Prieler von Ausbauplänen. Erst im Winter hat er alle Wege verbreitert, sie sind nun mit Rollstuhl und Kinderwagen gut zu bewältigen. Und weitere Tiere? „Da gibt es noch viele, die mich interessieren. Zum Beispiel Kamele.“

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