Die 2b-Klasse der Mittelschule Voitsberg beteiligte sich kürzlich an der „Waste not want not“-Challenge, einem europaweiten Projekt gegen Lebensmittel- und Plastikabfall. In ganz Europa können sich Bildungseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten mit kreativen Konzepten melden, um mit ihren Initiativen ein Zeichen gegen die Verschwendung wertvoller Ressourcen zu setzen.
Nachhaltigkeit ist ein Thema, das die Klasse schon seit längerer Zeit begleitet. Bereits im vergangenen Schuljahr wurde das Fairtrade-Kochbuch „Appetit auf Glück“ veröffentlicht, das die Lieblingsrezepte der Schülerinnen und Schüler sowie einige Zero-Waste-Rezepten der Lehrpersonen beinhaltet. Im vergangenen Schuljahr setzten die Jugendlichen mit dem Bau einer Kräuterpyramide vor dem Klassenzimmer ein weiteres Zeichen für nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln, denn die angebauten Kräuter werden im Ernährungs- und Haushaltsunterricht in der Schulküche eingesetzt.
„Lebensmittelreste werden auch immer wieder zu neuen Gerichten verarbeitet, aktuell zum Beispiel zu Spaghetti-Muffins mit Osterfleisch: aus übrig gebliebener Pasta und Osterfleischresten, garniert mit Vogerlsalat, der ebenfalls schon in der Kräuterspirale gedeiht“, berichtete Projektkoordinatorin Johanna Plos.
Gemeinsames Restefrühstück
Für das gemeinsame „Restefrühstück“ wurden übrig gebliebene Lebensmittel zu neuen, schmackhaften Speisen verarbeitet und mit den Kräutern der eigenen Kräuterpyramide garniert. Aufgetischt wurden Marmelade aus Karotten- und Orangenresten, Schokoladenkuchen aus geschmolzener Ostersüßware, Frozen-Yogurt-Cups mit Obstresten und Schokolade, ein „Ostereier-Aufstrich“ mit Schnittlauch aus der Kräuterpyramide sowie Reste des Osterfleischs, des Osterbrots und der Ostersüßigkeiten, die weit über das angegebene Datum genießbar sind, wenn sie richtig aufbewahrt werden.
Luca Kameritsch ist begeistert: „Die Speisen unseres ‚Restefrühstücks‘ schmecken bombastisch. Mit ‚abgelaufenem‘ Naturjoghurt würde ich in Zukunft auch Frozen-Yogurt-Cups zubereiten, diese haben mir am besten geschmeckt und Naturjoghurt ist viel länger haltbar, als es das Mindesthaltbarkeitsdatum vermuten lässt.“
Wertvolle Lebensmittel
Mit der Teilnahme an der „Waste not want not“-Challenge bewiesen die Schülerinnen und Schüler, wie schmackhaft die Verwertung wertvoller Lebensmittelreste sein kann, wie Alena Kainz betont: „Wir haben schon im Deutschunterricht gelesen, dass die Verschwendung von Lebensmitteln auch den Klimawandel beeinflusst. Mit unserem ‚Restefrühstück‘ konnten wir unter Beweis stellen, dass es sich lohnt, die Lebensmittelreste nicht wegzuwerfen.“
Die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Voitsberg stellten mit ihrem Engagement unter Beweis, dass der Grundsatz „oft länger gut“ sehr wichtig ist. „Die bewusste Schulung der Sinne war somit ein zentraler Teil des ‚Restefrühstücks‘, denn Riechen, Kosten und Betrachten der Lebensmittel kann das vorgeschlagene Mindesthaltbarkeitsdatum relativieren, sinnlose Lebensmittelverschwendung vermeiden und nachhaltiges Handeln in den Fokus rücken“, fasst Johanna Plos zusammen.