Zum Frohlocken sei es zu früh, sind sich Josef Himsl, Rot-Kreuz-Bezirksgeschäftsführer, und Rot-Kreuz-Bezirksstellenleiterin Anita Kozak angesichts der Finanzlage des Roten Kreuzes Leoben einig. Über die Entwicklung der vergangenen Monate sind sie trotzdem froh: „Die Sorgen und finanziellen Nöte sind nach wie vor nicht weg, aber wir konnten das Minus deutlich reduzieren“, sagt Kozak.

Durch eine sehr offensive Door-to-Door-Werbung über ein externes Unternehmen habe man im Jahr 2025 im Bezirk Leoben von 6000 auf 7500 unterstützende Mitglieder aufstocken können: „Das wird budgetär erst schlagend, sollte aber insgesamt 280.000 Euro ausmachen“, führt Himsl aus.

Rettungseuro brachte auch etwas

Auch die Erhöhung des sogenannten „Rettungseuros“ von neun auf zwölf Euro pro Einwohner im Bezirk habe ordentlich Geld in die leeren Kassen gespült – nämlich knapp 180.000 Euro für das Jahr 2025. „Und viele interne Maßnahmen haben auch dazu beigetragen, das Minus zu reduzieren“, sagen Kozak und Himsl. Durch „natürliche Abgänge und Straffung der Dienstpläne“ habe man etwa auch Personalkosten eingespart.

Pro gefahrenem Kilometer zahle man als Rotes Kreuz nach wie vor 70 Cent dazu, rechnen Kozak und Himsl vor: Das würde sich bei 900.000 gefahrenen Kilometern bei 30.000 Fahrten schon ordentlich läppern: „Dabei war das schon einmal mehr. Wir sehen das Glas also halbvoll und nicht halbleer.“

Nach wie vor in den roten Zahlen

Man sei zwar nach wie vor mit einer halben Million Euro in den tiefroten Zahlen, sei aber dennoch guter Dinge: „Der von uns in den vergangenen Jahren eingeschlagene Kurs stimmt“, meint Kozak. Bei vielen Entscheidungen, die die notwendige Konsolidierung der Lage bringen können, sei man „nur Beifahrer“ – die finanziellen Sorgen würden praktisch alle Teilorganisationen betreffen.

Bemerkenswert und überaus positiv sei, dass die Anzahl der freiwillig geleisteten Stunden quer durch alle Bereiche des Roten Kreuzes im Bezirk deutlich gestiegen sei, und zwar von 62.000 auf 69.000 Stunden. Worauf ist das zurückzuführen? „Wir sehen, dass die Motivation von Leuten, anderen zu helfen, insgesamt im Steigen begriffen ist“, meinen Kozak und Himsl.

„Engagement ist beeindruckend“

Auch das Engagement aller bestehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – seien es Hauptamtliche, Freiwillige oder Zivildiener – sei beeindruckend und könne nicht hoch genug geschätzt werden, heben Kozak und Himsl hervor: „Das Arbeitsklima und der Zusammenhalt untereinander könnten nicht besser sein.“

Der Nachwuchs sei auch stabil: „Wir haben 2025 nach 23 Jahren das erste Mal wieder zwei Rettungssanitäter-Kurse durchführen können. Das ist gut – auch wenn man bedenken muss, dass es dabei in der Regel einen Ausfall von 50 Prozent gibt“, erzählt Himsl. Das liege vor allem auch daran, dass sich die Interessenten häufig unter der Arbeit beim Roten Kreuz falsche Vorstellungen machen würden.

Jugendarbeit und Team Österreich-Tafel

Wunderbar laufe in allen Ortsstellen die Jugendarbeit im Bezirk und auch die Team Österreich-Tafel in Eisenerz sei keinesfalls mehr wegzudenken: „Die Lebensmittel werden die ganze Woche eingesammelt, am Freitag vorbereitet und jeden Samstag verteilt“, so Kozak und Himsl. Bis zu 300 Menschen würden sich dort jedes Mal bei der Ausgabe in Eisenerz anstellen.

Eine gesetzliche Neuregelung bringe Herausforderungen im Bereich Blutspendedienst mit sich: Es wurde nämlich die Möglichkeit für Dauerspender reduziert, Blut zu spenden: Nun dürfen Männer maximal nur mehr vier und Frauen drei Vollblutspenden pro Jahr abgeben. Hintergrund ist der Schutz der Gesundheit der Spender – vor allem, um Eisenmangel zu vermeiden. Diese Gefahr habe sich in Zeiten häufig massiv geänderter Essgewohnheiten mit Veganern und Vegetariern erhöht.