Er ist ein Tausendsassa. Einer, der auf vielen Hochzeiten tanzt (nicht nur, weil sie meist direkt vor seiner Tür stattfinden). Und einer, der den Bogen raus hat. Die Rede ist vom 56-jährigen Gerald Hinteregger aus Takern II, Landwirt, Unternehmer, Sportler und Vereinsgründer.

Als Hinteregger seine Tischlerei vor gut zwei Jahren an Sohn Philipp übergab, hatte er sich bereits ein neues Betätigungsfeld gesucht – und in seinem eigenen Wald gefunden. Auf neun Hektar baute er sich einen Bogensportparcours (ohne je zuvor einen Bogen in der Hand gehalten zu haben) und gründete dazu einen passenden Verein: „Highlander BSV-Takern II“. Der Name leitet sich übrigens von den Hochlandrindern ab, die Hinteregger hält. Heute zählt der Verein 70 Mitglieder und ist österreichweit aktiv: „Allein heuer haben wir schon an 13 Turnieren teilgenommen“, erzählt der umtriebige Obmann vor dem Vereinslokal in der Sonne sitzend. Auch selbst organisieren die Highlander Events, so wird etwa im Oktober die Staats- und Landesmeisterschaft in Takern II ausgetragen. „Bei diesen Bewerben wird aus 54 Metern geschossen. Es werden die Besten der Besten zu sehen sein“, verrät Hinteregger.

Internationale Gästeschar 

Mit seinen 40 Zielen – von Bär bis Vogel, allesamt in Topzustand – gilt der Parcours der Highlander als besonders attraktiv. Wie um das zu untermauern, trudeln die Besucher an diesem Morgen ein. Auch ein Auto mit slowenischem Kennzeichen rollt auf den Parkplatz. Pia Barbra Krize, Schützin des slowenischen Nationalteams, möchte sich hier auf die Weltmeisterschaft vorbereiten. In der Hand hat sie einen Zettel: „Ich habe mir notiert, welche Parcours in unserer Community besonders empfohlen werden“, sagt sie auf Englisch. Ganz oben jener in Takern II und der Parcours in Gleisdorf. „Ja“, bestätigt Hinteregger, „unsere Region ist sehr attraktiv für Bogenschützen.“ Nicht zuletzt deshalb, sondern auch, weil Hinteregger mit seinem „Bogenkino“ einen Bogensport-Simulator bieten kann, werden auf seinem Gelände auch Trainer aus ganz Österreich ausgebildet. 

Team-Building und Ehepaare 

Was macht für Hinteregger die Faszination des Sports aus? „Dass man inmitten der Natur ist“, sagt er, „und total fokussiert sein muss.“ Bogensport ist nicht nur für Profis, jeder ab sechs Jahren ist willkommen. Auch viele Firmen kommen für Team-Buildings hierher, sie erhalten zum sportlichen Input auch eine kulinarische Verpflegung.

Und hier kommt Hintereggers Frau Renate ins Spiel. Sie ist nicht minder umtriebig, betreibt eine Reinigungsfirma und managt ein weiteres Standbein der Familie: Direkt neben dem Parcours, malerisch im Wald und an einem kleinen See gelegen, können Hochzeiten und andere Feste gefeiert werden. Rund zehn Hochzeiten richten die Hintereggers zwischen Mai und September aus, die 56-Jährige bekocht die Gesellschaft nach deren Wünschen. „Wir hatten schon alles dabei, von nächtlichen Trauungen über Winter- bis hin zu Altertumshochzeiten“, berichtet das Ehepaar stolz. 

Im Gewölbekeller kann man wetterfest heiraten
Im Gewölbekeller kann man wetterfest heiraten © KLZ / Katharina Lagler

Und als ob das alles nicht schon genug wäre, setzt Hinteregger noch eines drauf: „Wir haben auch den größten Naturchristbaum der Steiermark hier bei uns – 27 Meter hoch.“ Der wird am ersten Adventsonntag gemeinsam mit Nachbarn und Freunden beleuchtet. Das Werk der Hintereggers ist also nicht nur sprichwörtlich ein leuchtendes Beispiel für Kreativität und Unternehmertum in der Region.