„Servatius“ heißt der Eisheilige, der am 13. Mai regiert – und zur Überraschung aller Wetterexperten schlug er am Mittwoch auch tatsächlich zu:
Von 36 ausgewerteten Messstationen unter 1500 Meter Seehöhe meldeten laut dem Wetterdienst Tauernwetter 33 Frost – nur Villach Stadt (plus 0,7 Grad), Pörtschach (plus 1,1 Grad) und die Klagenfurter HTL1-Lastenstraße (plus 1,1 Grad) blieben dank Wärmeinseleffekt knapp über Null. Die tiefsten Werte meldete St. Jakob im Defereggental mit minus 5,0 Grad, die Flattnitz kam auf minus 4,5 Grad. Besonders auffällig: Weitensfeld im Gurktal mit minus 3,6 Grad bei nur 704 Meter Seehöhe. Auch tief gelegene Stationen wie Hermagor, Lienz, Völkermarkt und Ferlach lagen klar unter Null.
„Interessant für die Gartenbesitzer in den Ballungsräumen: Auch die drei Stationen, die in zwei Meter Höhe knapp über null blieben, hatten am Boden klaren Frost. In Pörtschach sank die Temperatur in fünf Zentimeter Höhe auf minus 5,2 Grad, an der Klagenfurter HTL1 auf minus 4,5 Grad, in Villach Stadt auf minus 3,8 Grad – empfindliche Jungpflanzen sind also auch dort betroffen“, sagt Tauernwetter-Meteorologe David Kaufmann. „Die Eisheiligen treffen Kärnten und Osttirol mit einer Intensität, wie sie Mitte Mai im Schnitt nur etwa alle zehn Jahre vorkommt.“
Bis zu 50 Liter pro Quadratmeter
Der Niederschlagsschwerpunkt der vergangenen 24 Stunden lag im Südosten Kärntens entlang der Karawanken: Feistritz ob Bleiburg meldete 29,8 Liter pro Quadratmeter, Ferlach 28,5, Bad Eisenkappel 28,3 und der Loibl 22,2. Über die gesamten letzten sieben Tage kamen dort stellenweise über 50 Liter pro Quadratmeter zusammen. In Oberkärnten fiel die Bilanz deutlich bescheidener aus. Kaufmann: „Im Laufe der Woche sind noch einmal 30 bis 60 Liter pro Quadratmeter zu erwarten, vereinzelt sogar etwas mehr – die akute Trockenheit in der Landwirtschaft und die erhöhte Waldbrandgefahr sind damit vorerst gebannt.“
Es geht regnerisch weiter
In Kärnten und Osttirol scheint am Mittwoch nach Auflösung örtlicher Wolkenfelder verbreitet die Sonne, vor allem über Mittag und am Nachmittag verläuft der Tag oft ungetrübt. Am späten Nachmittag ziehen in Osttirol erste dichtere Wolken auf, am Abend setzt dort und entlang des Tauernhauptkammes Regen ein, der sich in der Nacht auch auf weite Teile Oberkärntens ausbreitet. Auch am verregneten Donnerstag sinken die Temperaturen bis zum Gefrierpunkt.