Die Wiener Stadthalle steht nach dem ersten Halbfinale noch, auch wenn man beim Auftritt der serbischen Band Lavina befürchten musste, dass die Heavy-Metal-Rocker die Bühne abfackeln. Dieses monsterhafte Zombie-Spektakel durfte wie jeder Beitrag nur drei Minuten dauern, aber auffällig ist es, wie oft sich innere Dämonen, einseitige toxische Liebesbeziehungen und Weltschmerz heuer als Themen durch die Lieder ziehen.
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Beim Endergebnis am Samstag wird sich aber zeigen, ob Publikum und Jurys nicht genug vom großen Drama haben. Der Grieche Akylas konnte jedenfalls mit seiner knallbunten, quietschvergnügten Performance seinen Favoriten-Status manifestieren. Sollte tatsächlich das finnische Duo am 16. Mai gewinnen, wird sich sein Song bei den Radiostationen jedenfalls schwertun – und danach kaum mehr zu hören sein.
Vergnüglich will auch das Moderationsduo Michael Ostrowski & Victoria Swarovski sein. Nach dem ersten Halbfinale lässt sich konstatieren: Die Tirolerin kommt cool und souverän über den Bildschirm, beim Steirer ist noch Luft nach oben. Womöglich ist aber sein getragenes Englisch für uns noch ungewohnt – und er selbst steckt zu sehr in einem Korsett. In anderen Verhältnissen bzw. bei anderen Dimensionen schreibt Ostrowski seine Moderationen ja selbst.
„Er gibt sich liebenswürdig, aber etwas verpeilt und leicht trottelig“, urteilte ein deutscher Kollege im Pressezentrum. Begeistert haben wohl europaweit das stimmungsvolle Ambiente des Green Rooms als Wiener Kaffeehaus und die Akrobatikgruppe Zurcaroh aus Vorarlberg, die als weiterer Interval-Act historische Gaukler-Stimmung mit Prater-Flair verbreitete.
So vergeben wir mal für die erste Live-Show sieben von 12 möglichen Punkten!