In Friaul in Italien wird seit Tagen nach einer 49-jährigen Frau und ihren beiden minderjährigen Kindern (14 und 16 Jahre) gesucht. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse zum Fall. In jener Wohnung im Haus ihres Vaters, in dem die Italienerin mit ihren Kindern gelebt hat, sind besorgniserregende Briefe gefunden worden. Die Suche nach den Vermissten wurde indessen auf Slowenien und Österreich ausgeweitet.

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Vermisstenanzeigen © PRIVAT/PENELOPE

Die Frau soll mit den beiden Kindern und den vier Hunden zu einer Wanderung in der Natur aufgebrochen sein. Allerdings tauchte die Familie am Campingplatz, auf dem sie gebucht hatte, nie auf. Stattdessen fand man das Auto in der etwa 20 Kilometer entfernten Stadt Tarcento. Das Fahrzeug war ausgeräumt.

Seit dem 20. April fehlt von der Familie jede Spur. Kurz davor hatte die in Piacenza in der Region Veneto ansässige Frau einen ihrer beiden Jobs gekündigt und sich eine Abfertigung auszahlen lassen. Da sie im Vorjahr schon einmal den Wunsch geäußert hatte, in Friaul-Julisch Venetien durch die Berge zu wandern, wurde einige Tage nach ihrem Verschwinden damit begonnen, dort nach Spuren zu suchen. Sie hatte auch mit einem Wanderführer Kontakt aufgenommen, daher werden auch diese befragt. Die 49-Jährige hatte auf einem Campingplatz in Gemona reserviert. Dort ist sie aber nie aufgetaucht. In Tarcento, wo das Auto der Frau gefunden wurde, wurde mittlerweile das Hauptquartier der Suchmannschaften eingerichtet.

Seit Tagen wird auch schon im benachbarten Slowenien nach der Familie gesucht. Jetzt wurde die Suche laut der staatlichen italienischen Rundfunkanstalt „Rai“ auch auf Österreich ausgedehnt. Die Wohnung der Frau wurde erst am Montag durchsucht. Denn normalerweise ging ihr Vater nicht in den ersten Stock. Doch als ein Reporter des Nachrichtensenders „SkyTg24“ recherchierte und auch das Haus besuchte, ging dieser mit ihm in die Wohnung seiner Tochter.

Beklemmende Briefe

Dort entdeckten sie zwei beklemmende Briefe mit verzweifeltem Inhalt in einem Zimmer, das als Abstellraum genutzt wird. Die Briefe befanden sich in einer von drei Taschen, die mit Proviant wie Dosenbohnen und Cracker gefüllt waren. Durch diese Schreiben verdichtet sich die Befürchtung einer Verzweiflungstat. Einer der Briefe soll an die Kinder gerichtet sein, der zweite eine Reflexion über ihr Leben. Auf den Briefen war ein kariertes Schreibpapier angeklebt. Darauf stand „Für Opa. In Ruhe lassen!“ Der Hausbesitzer bat daraufhin die Journalisten, die Polizei zu verständigen. Die Carabinieri holten die Briefe ab. Aus den Kleiderschränken der Kinder fehle laut dem Großvater nichts.

Der Ex-Mann der Vermissten und weitere Großeltern der Kinder sind mittlerweile nach Tarcento gekommen, um die Suchtrupps zu unterstützen. Sie haben verzweifelte Appelle an die Vermissten gerichtet, endlich ein Lebenszeichen von sich zu geben. Die beiden Telefone der Frau, eines davon ist ein Diensthandy, sind ausgeschaltet. Die italienische Opferschutzorganisation „Penelope“ hat Fotos der Vermissten veröffentlicht. Sachdienliche Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.