„Auf einmal hat es aus der Steckdose geraucht. Dann war alles finster. Nichts ging mehr.“ Auch am Tag danach ist ein Kärntner noch überrascht von dem, was am Montag in seiner Wohnung in der Ortschaft Alt-Ossiach passiert ist.

Die Ursache für den Blackout samt Rauch fand sich in einer Trafostation nahe des Seehäuserweges. Dort haben Monteure der Kärnten Netz GmbH (KNG), das ist eine Tochtergesellschaft der Kelag, Arbeiten durchgeführt und unter anderem Installationen erneuert, erklärt Jürgen Pasker, Leiter der Systemführung der KNG.

Gegen 15 Uhr, nach Ende der Arbeiten, ist es beim Hochfahren des Stromkreislaufes zu einer folgenschweren Panne gekommen. Eine stromführende Leitung ist an den Null-Leiter angeschlossen worden. Binnen Sekunden bekamen Dutzende Haushalte in dem betroffenen Stromnetz die Auswirkungen zu spüren: Steckdosen und Leitungen verschmorten, angeschlossene Elektrogeräte wurden beschädigt oder zerstört.

„So etwas noch nie erlebt“

Nach ersten Schätzungen sind insgesamt 59 Kelag-Kunden betroffen, Wohnhäuser und Tourismusbetriebe. „Dieser Fehler tut uns sehr leid. Wir entschuldigen uns bei den betroffenen Kunden für die damit verbundenen Unannehmlichkeiten", sagt Kelag-Sprecher Josef Stocker. „So etwas habe ich in den vergangenen 30 Jahren noch nicht erlebt.“

Wie es dazu kommen konnte, wird im Detail noch geklärt. Fest steht, dass es sich um menschliches Versagen handelt. „Es gibt auch für das Hochfahren des Stromes eine genau festgelegte Vorgehensweise mit Kontrollmechanismen. Leider wurde dies hier offenbar nicht eingehalten", sagt Pasker. „Warum müssen wir noch herausfinden.“

Betroffene werden kontaktiert

Jetzt geht es einmal um Schadenswiedergutmachung. „Den Betroffenen muss rasch und unkompliziert geholfen werden", fordert Ossiachs Bürgermeister Gernot Prinz (FPÖ). „Es darf nicht sein, dass die Menschen sich um alles selbst kümmern müssen.“ Wird es auch nicht, wie der Energiekonzern versichert. „Alle betroffenen Kunden werden von der Kärnten Netz persönlich besucht beziehungsweise angerufen, um sie zu informieren, wie sie vorgehen sollen, damit sie ihre Schäden ersetzt bekommen“, sagt Stocker. „Selbstverständlich kommt die Kärnten Netz für die entstandenen Schäden auf.“ In welchem Umfang wird nach der Prüfung jedes einzelnen Schadensfalles feststehen.

Verzögerte Schäden?

Und die Schäden könnten beträchtlich sein. „So wie es derzeit aussieht, werden es wohl mehrere 10.000 Euro sein", schätzt Werner Huber. Der Elektrotechniker aus Ossiach ist seit Montagnachmittag im Einsatz, um Schäden festzustellen und zu beseitigen. Die Palette reicht von kaputten oder beschädigten Leitungen, Steckdosen, Verteilerkästen über Ladegeräte für Handyakkus, Kühlschränke, TV-Geräte bis zu Heizungsanlagen.

Da und dort werde man jetzt noch gar keinen Schaden bemerken, aber vielleicht in ein paar Wochen oder Monaten. „Wie ist es dann mit der Schadensabgeltung?“, fragt Huber. Die Kelag versichert: „Wir sind sehr bemüht, Lösungen im Sinne unserer Kunden zu finden.“