Ein Pfau schlägt sein Rad zwischen Palmen und Feigenbäumen. Golden-Retriever-Rüde „Paris“ begrüßt schwanzwedelnd die Gäste. In Philemons Garten in Entschendorf (St. Margarethen an der Raab) geht das Muttertagsfest über die Bühne.

Zwischen Lotosteichen, Bambushainen, Feigenalleen und mediterranen Terrassen spazieren die Besucherinnen und Besucher durch die Gartenwelt. Diese begeistert nicht nur Pflanzenfreunde, sondern längst auch Wissenschaftler der Botanischen Gärten aus Wien und Graz.

Strohmaier mit Gästen beim Rundgang durch seinen Exotengarten
Strohmaier mit Gästen beim Rundgang durch seinen Exotengarten © KLZ / Dominik Oberwinkler

Auf mehr als 2,5 Hektar hat sich Bernhard Strohmaier in den vergangenen Jahren einen exotischen Landschaftsgarten geschaffen, der mittlerweile mehr als 3000 verschiedene Pflanzenarten und rund 10.000 Sorten beherbergt. Hier taucht man ein in eine Welt, die man sonst eher in Italien, Kroatien, Marrakesch oder Asien vermutet.

Am Muttertagswochenende konnten sich Besucherinnen und Besucher mit Pflanzenraritäten eindecken
Am Muttertagswochenende konnten sich Besucherinnen und Besucher mit Pflanzenraritäten eindecken © KLZ / Dominik Oberwinkler

Von Granatäpfel bis Hanfpalmen

2007 übernahm Strohmaier die Landwirtschaft am Entschendorfberg, 2010 wurde erweitert. Was damals als Vision begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem außergewöhnlichen Naturgarten.

„Die Begeisterung für Pflanzen begleitet mich schon seit meiner Kindheit. Eine klassische Ausbildung habe ich nie gemacht. Ich habe mir alles selbst beigebracht, einfach aus Liebe zu den Pflanzen“, erzählt er. Besonders stolz ist Strohmaier auf seine Hanfpalmen, darunter eine der ältesten ausgepflanzten Hanfpalmen Österreichs.

Ein Pfau beim Spaziergang durch das Gartenareal
Ein Pfau beim Spaziergang durch das Gartenareal © KLZ / Dominik Oberwinkler

Doch auch Granatapfelsträucher, Zitrusfrüchte, Kakis, Nashi-Birnen, Jujuben oder die chinesische Brustbeere gedeihen in seinem Juwel. „Teilweise sind die Pflanzen sehr selten. Ich probiere immer wieder Neues aus und das funktioniert erstaunlich gut.“

Außergewöhnliche Arten verschwinden

Das illyrisch geprägte Klima der Oststeiermark – ein spezielles Übergangsklima, das durch die Adria und die Alpen beeinflusst wird – bietet ideale Voraussetzungen. So wachsen zwischen Zistrosenhügeln, Agavengärten und einem Marrakesch-Garten auch Flaschenputzer, Schönmalven, Korkeichen und spanische Tannen. Der Garten wirkt dabei nie künstlich.

„Der Garten soll kein Fremdkörper sein, sondern sich an die Region anpassen“, betont Strohmaier. Zwischen den Wegen summen auch Bienen und Schmetterlinge tanzen über den Präriegärten. „Philemons Garten“ ist ein kleines Biotop geworden.

Als Obmann des Vereins „Gartenlust“ möchte Strohmaier vor allem die Begeisterung für Pflanzen und Natur vermitteln: „Es wird immer schwieriger, interessante Pflanzen zu bekommen. Der Handel setzt zunehmend auf Normpflanzen, dadurch verschwinden außergewöhnliche Arten.“

Stillstand kommt für den leidenschaftlichen Gärtner dennoch nicht in Frage. Mitten im Garten entsteht derzeit ein neuer Pavillon, der künftig Platz für Hochzeiten, Geburtstagsfeiern oder einfach ruhige Stunden zwischen Palmen und Lotusblüten bieten soll.