Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen und bei großem Öffentlichkeitsinteresse hat rund sechseinhalb Monate nach dem gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow am Dienstag der Prozess gegen eine 30 Jahre alte Tatverdächtige begonnen. Die Anklage wirft ihr Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen vor. Das Kind war am 10. Oktober 2025 verschwunden und vier Tage später an einem Teich bei Klein Upahl bei Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern tot aufgefunden worden.
An dem Prozess am Rostocker Landgericht nahm Fabians Mutter als Nebenklägerin teil. Die persönliche Begegnung mit der Angeklagten falle ihrer Mandantin sehr schwer, sagte ihre Anwältin Christine Habetha. Auch Güstrows Bürgermeister Sascha Zimmermann verfolgte den Prozess, um Informationen aus erster Hand zu bekommen. Der Fall belaste die Menschen in Güstrow emotional. Er hoffe auf Aufklärung durch den Prozess. Die Anklage ist durch Oberstaatsanwalt Harald Nowack vertreten.
Die Angeklagte, die seit 7. November in Untersuchungshaft sitzt, äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen. Am ersten Prozesstag sollte zum Auftakt die Anklage verlesen werden. Zeugen waren zunächst nicht geladen. Rund 80 Zuschauer und etwa 30 Medienvertreter verfolgten den Prozessbeginn. Insgesamt sind bis zum 2. Juli 17 Verhandlungstage angesetzt.