Inflation, Energiekrise … nahezu jede Woche steigen dieser Tage die finanziellen Belastungen für die heimischen Familien. Zählt man die Fixkosten zusammen, die sich pro Monat ansammeln, dann fragen sich wahrscheinlich nicht wenige, warum "am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist". Auch die Kosten für Kindertagesstätten und Kindergärten belasten viele Familienbudgets.

Letzteres ist in Kärnten nun anders: Seit 1. September 2022 übernimmt das Land Kärnten im Rahmen des sogenannten Kinderstipendiums die durchschnittlichen Kosten für elementare Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen zu 100 Prozent. Auch die Unterstützung für die Kosten für Tagesmütter hat das Land Kärnten mehr als verdoppelt. Die Kostenübernahme für die Bildungs- und Betreuungseinrichtungen der unter Sechsjährigen bedeutet eine Ersparnis von bis zu 3000 Euro pro Kind pro Jahr, je nachdem ob ein Kind ganz- oder halbtags im Kindergarten oder in den Kindertagesstätten betreut wird.

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"Das Land Kärnten hat sich das Ziel gesetzt, zur kinderfreundlichsten Region Europas zu werden. Dazu leistet das Kärntner Kinderstipendium einen wichtigen Beitrag" erläutert Gerhild Hubmann, Leiterin der Bildungsabteilung des Landes. „Die Elementarbildung hat massiv an Bedeutung gewonnen und das Bewusstsein, dass Kinderbetreuung vor allem auch wertvolle Kinderbildung ist. Land und Gemeinden sind sich einig: Kinderbildung und -betreuung gehören zu den wichtigsten Investitionen in unsere Zukunft, sowohl für Familien als auch für den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Kärnten."

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Insgesamt nimmt das Land Kärnten 27 Millionen Euro in die Hand, mit welchen die Eltern direkt entlastet werden. Es soll damit möglichst vielen Kindern die Bildung und Betreuung so früh wie möglich ermöglicht werden. Arbeit und Familie sind leichter vereinbar und zusätzlich möchte das Land mittels Gesetzesänderung auch die Betreuungsqualität steigern.

Für 19.000 Kinder bedeutet das Kinderstipendium eine nachhaltige Entlastung, den sicheren Zugang zu Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen, unabhängig vom Familieneinkommen und damit Chancengleichheit. Für 10.500 Kinder wird der Platz im Kindergarten oder in der Kindertagesstätte gänzlich kostenlos sein, nur das Essen ist zu bezahlen. Sie liegen mit ihren Beiträgen im Durchschnitt aller Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen. 8500 Kinder gehen in Kindergärten, deren Beiträge über diesen durchschnittlichen Kosten liegen. Die Eltern bezahlen dort nun noch den Überbetrag und das Essen.

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Welche positive Wirkung das Kinderstipendium hat, zeigt das Beispiel der alleinerziehenden Corinna S. „Ich finde das super, weil ich weiß, wie viel mein Kind im Kindergarten schon lernt. Und jetzt muss ich einfach nicht mehr darüber nachdenken, ob Manjana weiter jedes Jahr in den Kindergarten gehen kann oder nicht. Sie wird im Jänner vier und bis zum Schulanfang sind das noch ein paar Jahre. Durch das Kinderstipendium habe ich wirklich die Garantie, dass meine Tochter schon rechtzeitig auf die Schule vorbereitet wird und auch reif dafür sein wird“, freut sich Corinna S. über das Kinderstipendium. „Manjana ist halbtags im Kindergarten. Durch die Kostenübernahme des Landes bleiben mir 108 Euro mehr im Monat“, erklärt Corinna. In Summe erspart sie sich durch das Kinderstipendium 1296 Euro im Jahr.

Mehr Plätze für mehr Kinder

Wie wichtig elementare Bildung und Betreuung in den letzten Jahren wurden, belegen die Budgetzahlen des Landes. Hat das Land im Jahr 2013 für diesen Bereich noch rd. 43 Millionen Euro aufgewendet, sind es nun, 2022, mehr als doppelt so viel, nämlich 90 Millionen Euro. Es konnten zudem auch Steigerungen bei den Betreuungsplätzen selbst erreicht werden. Kärnten betreut 27,7 Prozent der Kinder unter drei Jahren in elementaren Bildungseinrichtungen, das Ziel liegt bei 33,3 Prozent.

„2500 zusätzliche Plätze wurden geschaffen, sodass wir heute rund 19.000 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren bilden und betreuen können. In Kärnten konnte durch die Ausbauoffensive des Landes die Betreuungsquote der Kinder unter drei Jahren massiv gesteigert werden“, sagt Gerhild Hubmann. Und sie ergänzt: "Neben dem Kinderstipendium wird auch an einem neuen Gesetz gearbeitet, von dem in Zukunft vor allem auch die Elementarpädagoginnen und -pädagogen profitieren sollen. Es geht dabei um eine Qualitätsoffensive, mit der u.a. die schrittweise Verkleinerung der Gruppengrößen, eine bessere Bezahlung, eine Ausweitung der Vor- und Nachbereitungszeiten sowie flexiblere Öffnungszeiten vorgesehen ist."

Entstanden in Kooperation mit dem Land Kärnten