Bioabfall richtig zu trennen, klingt einfach, ist aber in der Praxis oft eine Herausforderung. Zu groß ist die Verwirrung rund um kompostierbare Verpackungen, zu wenig bekannt sind die Folgen von Fehlwürfen. Dabei geht es um viel, wie man bei der Holding Graz betont: Jährlich landen in Graz über 550.000 Kilogramm Störstoffe in der Biotonne – also Materialien, die dort nichts verloren haben. Diese Fehlwürfe erschweren die Kompostierung, verursachen Zusatzkosten und gefährden den Erfolg der regionalen Kreislaufwirtschaft.

Was gehört also wirklich in die Biotonne und was nicht? Wie lässt sich Bioabfall zuhause am besten sammeln? Und warum sind kompostierbare Plastiksackerl kein Fortschritt, sondern ein Problem? Die folgenden fünf Fakten liefern die Antworten.

Die Holding Graz macht mit ihrer Kampagne auf das Problem aufmerksam | Schon 3 % Fremdstoffe genügen, um die Qualität des Komposts deutlich zu reduzieren
Die Holding Graz macht mit ihrer Kampagne auf das Problem aufmerksam
| Schon 3 % Fremdstoffe genügen, um die Qualität des Komposts deutlich zu reduzieren © Achtzigzehn

1. Bioabfall ist eine Ressource

Bioabfall hat großes Potenzial. Damit dieses voll genutzt werden kann, muss er jedoch richtig entsorgt werden. Aus Obstschalen, Kaffeesud und Schnittblumen entsteht in Graz nämlich wertvoller Kompost. Über 22.000 Tonnen biogener Abfälle verarbeitet die Holding Graz jährlich zu nährstoffreicher Gartenerde, die für den privaten Gebrauch direkt im Ressourcenpark erworben werden kann.

Dieser ökologische Mehrwert ist allerdings nur möglich, wenn der zur Kompostierung genutzte Bioabfall möglichst frei von störenden Fremdstoffen wie Plastik oder Metall ist. Diese reduzieren die Qualität des Komposts nämlich bereits ab einem Anteil von nur drei Prozent erheblich und erfordern daher eine aufwändige Sortierung, die zum Teil per Hand durchgeführt werden muss. Je sauberer der Bioabfall getrennt wird, desto effizienter kann die Kompostierung erfolgen und desto hochwertiger ist das Endprodukt.

2. Das darf in die Biotonne und das nicht

Die Faustregel lautet: Alles, was natürlich ist und sich rückstandslos zersetzen kann, darf hinein. Dazu zählen beispielsweise Obst- und Gemüsereste, Speisereste ohne Verpackung, Eierschalen, Kaffeesud mit Papierfilter, Teebeutel ohne Kunststoffanteil, verwelkte Schnittblumen und Gartenabfälle wie Laub, Grasschnitt oder kleine Äste.

Nicht in die Biotonne dürfen Plastik in jeglicher Form, kompostierbare Kunststoffverpackungen, verpackte Lebensmittel, Glas, Metall, Alufolie, Staubsaugerbeutel, Tierstreu, Windeln, Zigarettenstummel und Hygieneartikel. Auch stark verschmutztes Papier, zum Beispiel fettige Pizzakartons, zählt nicht als Bioabfall. Im Zweifel hilft ein Blick auf die Website der Holding Graz oder in die kostenlose Graz Abfall-App, die eine praktische Suchfunktion für alle Abfallarten bietet.

Die Unsicherheit ist bei Konsument:innen oft groß | Auch Obst- und Gemüsenetze haben in der Biotonne nichts zu suchen
Die Unsicherheit ist bei Konsument:innen oft groß
| Auch Obst- und Gemüsenetze haben in der Biotonne nichts zu suchen © Achtzigzehn

3. Kompostierbar ist nicht gleich kompostierbar

Eine der größten Irrtümer beim Bioabfall betrifft sogenannte kompostierbare Plastiksackerl und andere Produkte, die als nachhaltig und abbaubar gekennzeichnet sind. Viele Konsument:innen gehen davon aus, dass diese Produkte umweltfreundlich sind und bedenkenlos in der Biotonne landen dürfen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Im Kompostierprozess, wie er bei der Holding Graz abläuft, werden sämtliche Kunststoffmaterialien aussortiert – ganz egal, ob sie als biologisch abbaubar gekennzeichnet sind oder nicht.

Der Grund dafür ist einfach: Kompostieranlagen können zwischen herkömmlichem Plastik und Bioplastik nicht unterscheiden und die Abbaubarkeit ist unter industriellen Bedingungen oft zu langsam. In der Praxis heißt das, dass auch vermeintlich umweltfreundliche Alternativen von Sackerln, Gemüsenetzen oder Kaffeekapseln in den Restmüll gehören, da sie die Qualität des Komposts andernfalls maßgeblich verschlechtern.

Papier ist tatsächlich kompostierbar | Papiersackerl wie dieses dürfen mit dem Bioabfall entsorgt werden. Sie stören die Kompostierung nicht
Papier ist tatsächlich kompostierbar
| Papiersackerl wie dieses dürfen mit dem Bioabfall entsorgt werden. Sie stören die Kompostierung nicht © Marco Schrotter

4. Wohnsituation beeinflusst Abfalltrennung

Wie konsequent Abfall getrennt wird, hängt unter anderem stark von der Wohnsituation ab. Während in ländlichen Gebieten mit neun Kilogramm pro Person und Jahr verhältnismäßig wenig Lebensmittel im Restmüll landen, sind es in der Stadt mit 26 Kilogramm weitaus mehr. Auch die Anonymität von Mehrparteienhäusern wirkt sich negativ auf die Abfalltrennung aus. So kommt es in großen Wohnkomplexen zu viel mehr Fehlwürfen als in Einfamilienhäusern. Hier ist eine Trennung meist auch viel einfacher und bequemer umzusetzen, denn der Weg zur Biotonne ist kurz und viele Haushalte haben im eigenen Garten die Möglichkeit, den Bioabfall selbst zu kompostieren. Das lohnt sich übrigens doppelt, denn wer auf die Tonne verzichtet und stattdessen selbst kompostiert, kann bei der Stadt Graz den Kompostbonus in Höhe von 15 Prozent der Müllgebühren beantragen. Voraussetzung dafür ist die ordnungsgemäße Kompostierung des Bioabfalls.

5. MÜLLI hilft beim Trennen

Sauberes und hygienisches Vorsortieren zu Hause ist auch ganz ohne Plastik leicht möglich. Im Ressourcenpark der Holding Graz kann man den MÜLLI erwerben, ein kleines, praktisches Sammelgefäß für den Haushalt, der speziell für biogene Abfälle konzipiert ist. Der MÜLLI ist handlich, lässt sich gut reinigen und passt unter jede Spüle. Ergänzend dazu gibt es biologisch abbaubare Papiersackerl, die zusammen mit dem Bioabfall in die Biotonne geworfen werden dürfen. Diese Papiersackerl sind eine ideale Alternative zu Plastiksackerln, denn sie sind vollständig kompostierbar und tragen dazu bei, den Bioabfall trocken zu halten. Erhältlich sind sie nicht nur im Ressourcenpark, sondern auch in den Servicestellen der Stadt Graz.

Der MÜLLI der Holding Graz | Während der MÜLLI im Ressourcenpark erhältlich ist, gibt es die passenden Papiersackerl zusätzlich auch in allen Servicestellen der Stadt Graz
Der MÜLLI der Holding Graz
| Während der MÜLLI im Ressourcenpark erhältlich ist, gibt es die passenden Papiersackerl zusätzlich auch in allen Servicestellen der Stadt Graz © Marco Schrotter

Entstanden in Kooperation mit der Holding Graz.