CBD (Cannabidiol) ist jener Teil der Cannabispflanze, der zwar keine berauschende Wirkung (im Gegensatz zum THC) hat, dem allerdings viele positive Wirkungen nachgesagt werden. Allerdings ist die Studienlage zum Reinstoff CBD noch sehr dünn, es braucht hier mehr an wissenschaftlichen Grundlagen, meint Rudolf Likar, Leiter der Abteilung für Anästhesiologie am Klinikum Klagenfurt.
Herr Likar, was konnten Sie in der von Ihnen federführend durchgeführten Studie mit Gehirntumor-Patienten (Glioblastom) feststellen?
Rudolf likar: Durch die Einnahme von CBD empfanden die Patienten weniger Schmerzen und wir konnten feststellen, dass sich sowohl die depressive Verstimmung als auch die Schlafqualität eindeutig verbesserten.
Welche Wirkungen und Vorteile hat medizinisches CBD?
CBD wirkt angst- und krampflösend und auch gut gegen Übelkeit und Erbrechen. Es hat den Vorteil, dass es keinen Einfluss auf das Bewusstsein hat, aber die Lebensqualität von Betroffenen eindeutig verbessert. Gerade in der Therapie von Krebspatienten spielt das eine große Rolle.
Erst vor Kurzem wurde CBD in der EU als Arzneimittel für schwere und seltene Formen von kindlicher Epilepsie zugelassen In Österreich ist CBD allerdings nicht als Arzneimittel gelistet ...
Eine liberalere Haltung wäre hier wünschenswert. Denn durch den Hype um CBD als vermeintliches „Wundermittel“ in Form von Ölen oder Tees braucht es Kontrolle. Nicht immer ist nachvollziehbar, ob die Produkte auch qualitativ hochwertig sind und ob bzw. in welcher Menge der berauschende Anteil THC enthalten ist. Eine Aufnahme ins österreichische Arzneibuch könnte dem „unseriösen Wildwuchs“ Einhalt gebieten.