Die Medizin der Zukunft entsteht in vielen Feldern – und das in bisher ungewohnter Geschwindigkeit. Präzisionsmedizin, Genom-Sequenzierung oder molekulare Bildgebung sind nur einige Begriffe aus der langen Liste der Trend-Schlagworte für angehende Ärzte. Die Medizin wird digitalisiert, Daten werden zu einem wichtigen Rohstoff. Therapiert wird nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip. Diese personalisierte Medizin wird auch die Pharmaindustrie vor neue Herausforderungen stellen, die sie mit Hilfe von Nanotechnologie, Big Data und Digitalisierung zu bewältigen versucht. Im Fokus steht, den Patienten zielgerichteter und individueller zu behandeln. Experten rechnen damit, dass die Veränderungen in der Medizin in den nächsten zehn Jahren größer sein werden als in den 100 Jahren davor. Und diese Veränderungen werden von Hochtechnologie geprägt sein. Aber wo bleibt da noch der Faktor Mensch, der persönliche Umgang mit den Patienten?
Auf Augenhöhe mit dem Patienten
Der Arzt wird zum Berater, damit die personalisierte Medizin auf Augenhöhe mit dem Patienten stattfinden kann. Zu diesem Ergebnis kommt die Trendstudie „Personalisierte Medizin der Zukunft“, die von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank beauftragt wurde. Ärzte werden zu Übersetzern für Patienten von wissenschaftlichen Prognosen. Ähnliches gilt auch für die Pharmazie als Dienst am Kunden. So muss beispielsweise der Apotheker komplexe Wirkungsweisen in einfachen Worten erklären können. Eine Rolle, die mit zunehmender Komplexität und Technologisierung der Medizin immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Studierende wünschen sich frühen Praxisbezug
Der Faktor Mensch, der Umgang mit Patienten, sollte daher bereits in der Medizin- und Pharmazie-Ausbildung einen hohen Stellenwert einnehmen. So wünschen sich Medizinstudierende laut einer Umfrage des deutschen Hartmannbundes, dem Verband der Ärzte Deutschlands, einen deutlich früheren Kontakt mit Patienten während ihrer Ausbildung. Über 80 Prozent der etwa 7.500 Befragten gaben an, dass ihnen der Patientenkontakt und der frühe Praxisbezug im Medizinstudium besonders wichtig sind. Patientenbetreuung ist neben Lehre und Forschung eine der tragenden Säulen des Medizinstudiums an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) in Salzburg. Konkret bedeutet das: Bedside-Teaching, Patientenkontakt ab dem ersten Studienjahr oder das Projekt Helping Hands, bei dem Studierende in der Klinik mitarbeiten. Im Bereich Pharmazie werden Sozial- und Kommunikationskompetenzen etwa in der Übungsapotheke oder in Praktika vermittelt.
Interprofessioneller Zugang
Die Medizin wird laufend komplexer, das Wissen explodiert. Die Zeit der Einzelverantwortung in der Medizin nähert sich dem Ende, die steigende Komplexität erfordert eine interprofessionelle Zusammenarbeit und Vernetzung. Das Gesundheitssystem der Zukunft wird stärker als bisher von Multiprofessionalität geprägt sein: Medizin und Pharmazie, aber auch die Pflegewissenschaft, werden enger zusammenrücken als bisher. Und dies soll auch bereits im Studium vermittelt und gelebt werden – die PMU zeigt wie. „Nirgendwo anders sind die Medizin und die Pharmazie – und auch die Pflegewissenschaft – so nahe beisammen wie in Salzburg. Nicht nur physisch auf dem gleichen Campus, sondern auch inhaltlich“, betont der Rektor der Paracelsus Universität, Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch. So werden interprofessionelle Lehrveranstaltungen abgehalten, in denen Mediziner, Pharmazeuten und Pflegewissenschafter in die jeweils anderen Fachbereiche eingeführt werden.
Der ärztliche Nachwuchs scheint laut Umfrage des Hartmannbundes offen für eine interprofessionelle Zusammenarbeit zu sein. Rund 60 Prozent der Befragten können sich vorstellen, beispielsweise mit Pflegekräften oder Personal des Rettungsdienstes gemeinsam in Seminaren zu lernen. Studierende der PMU können beispielsweise parallel zu ihrem Studium die Rettungssanitäter-Ausbildung des Roten Kreuzes absolvieren und im Rettungsdienst mitarbeiten. Für Rektor Resch stellt der Patientenkontakt als Rettungssanitäter letztlich den Kern des „Arzt-Seins“ dar: „Sich in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen, zu helfen und zu heilen.“