Die 5, aufgrund der klimatischen Beschaffenheit vorwiegend in Südeuropa produzierten, besten luftgetrockneten Schinken kommen allesamt aus dem Mittelmeerraum: Spanien, Italien, Frankreich, Portugal und sogar Kroatien stellt einen Vertreter.  In der Fachwelt wird viel diskutiert, ob nun der spanische Jamón Ibérico oder der italienische Parmaschinken die Nummer 1 ist. Fest steht: Eine Gaumenfreude sind sie gleichermaßen.

Der  spanische  Jamón Ibérico wird gerne als der Mercedes unter den Schinken bezeichnet  und nimmt unter Kennern den absoluten Spitzenplatz ein.  Grund dafür ist die außerordentliche Qualitätssicherung bei der Produktion. Schon bei der Aufzucht der Schweine wird mit größter Sorgfalt auf das Wohl der Tiere geachtet. So darf sich nur Jamón Ibérico de Bellota nennen, welcher vom halbwilden Cerdo Ibérico stammt, die in traditioneller Eichelmast groß gezogen wurden.  Mindestens 40% ihres Lebens müssen diese Schweine in den Weiten der spanischen Dehesas, einer Weidefläche aus Eichenwald, verbracht haben.  Seinen süßlichen-herben Geschmack erlangt der Schinken später im Reifeprozess, während dem er bei minus 10 Grad in Bodegas reift. 

Der zweite Anwärter auf den Titel des besten Schinkens ist der italienische Parmaschinken.  Hierbei handelt es sich um Schinken aus der Provinz Parma – und auch nur Produkte aus dieser Region dürfen den Namen tragen. Dieser verpflichtet zu Regionalität, und 100 % natürlicher Herstellung, die im Übrigen streng kontrolliert wird. Echten Parmaschinken erkennt man an der fünfzackigen Krone, die der Keule aufgestempelt wird. Der milde, würzige Geschmack ist das Resultat der einzigartigen italienischen Landschaft.  Der Duft der Pinienwälder vermischt sich im Fleisch mit dem Meereswind der Karstgebiete. Das Schwein für den Schinken darf übrigens nicht irgendeines sein, sondern muss in einer von zehn zertifizierten Gebieten aufgewachsen sein. Also ein ganz spezieller und garantiert italienischer Gaumengenuss.

Ein weiteres Highlight aus Italien ist der San-Daniele Schinken.  Bestehend aus den Keulen der Schweinerassen Large White, Duroc oder Landrace – übrigens aufgewachsen in einem von 10 festgelegten Regionen, wird der Schinken meist mitsamt Bein und Huf gehangen und verkauft. Zur Reifung wird er wiederholt mit Meersalz eingerieben und zwischendurch abgebürstet und getrocknet.  Ein waschechter San-Daniele wiegt mindestens 11 Kilo und braucht etwa 12 Monate, bis sein fein-süßliches Aroma ausgereift ist.

Folgende französische Spezialität kann  man ebenfalls getrost zu den besten der Welt zählen: Der Bayonner.  Die Spezialität aus der Region Aquitane, im süd-französischen Teil des Baskenlandes besticht durch zarten und fein-süßlichen Geschmack. Ähnlich wie der italienische Bruder Parma, ist auch der Bayonne-Schinken an Regionalität gebunden. So bekommt das Siegel „Croix Basque Bayonne“ nur jener Schinken,  der von Schweinen stammt, die entweder in „Pyrenes-Atlantiques, Hautes Pyrenees oder Gers (Midi-Pyrennes)“ aufgezogen und ausschließlich mit Getreide gefüttert wurden. Der Bayonner muss mindestens 7 Monate gereift sein, davon 3 in einer Trockenkammer bei drei bis vier Grad Celsius. 

Was auf Italienisch der Parma ist, ist auf Kroatisch der Pršut.  Seine Regionalität ist wie die der zuvor erwähnten Sorten, streng geregelt. Der Schweineschinken aus der Region Dalmatien fasziniert durch sein altrömisches Trocknungsverfahren. Durch Einrieb mit Salz, das spezielle Reifeverfahren und das spezielle Umgebungsklima besticht der Schinken mit rauchigem, leicht salzigen Geschmack.

Wer also Schinkenliebhaber ist oder einer werden möchte, hat nun die Qual der Wahl.