Pflegebedürftige Personen können ihren Alltag aufgrund des Alters, einer Krankheit oder einer Behinderung nicht mehr eigenständig bewältigen. Sie benötigen Unterstützung bei grundlegenden Handlungen, wie etwa bei der Körperpflege, beim Essen oder bei der Mobilität. Für Betroffene und ihre Angehörigen bedeutet das meist eine deutliche Mehrbelastung in sozialer, körperlicher, psychischer und finanzieller Hinsicht. Um Betroffenen diese Situation zu erleichtern, stehen in Österreich verschiedene Angebote und Unterstützungsleistungen bereit, die sowohl den Pflegebedürftigen als auch ihren Angehörigen Entlastung bieten.

Hilfe für Pflegebedürftige

Um die erforderlichen Betreuungs- und Pflegeleistungen finanzierbar zu machen, steht österreichweit eine einheitliche finanzielle Zuwendung, das Pflegegeld, zur Verfügung. Es gibt sieben Pflegestufen, die sich nach dem individuellen Pflegebedarf richten.

Je höher die Pflegestufe, desto mehr finanzielle Unterstützung erhält man. Zudem haben pflegebedürftige Personen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, in Österreich auch Anspruch auf eine Befreiung von bestimmten Gebühren, wie beispielsweise Rezeptgebühren.

Oftmals ist es für Betroffene notwendig, sich Hilfe in Form von professionellen Dienstleistungen zu holen. Auch hierfür gibt es mehrere spezielle Förderungen wie zum Beispiel die Förderung für 24-Stunden-Betreuung oder Kurzzeitpflege.

Bei der Kurzzeitpflege kann man vorübergehend in Pflegeeinrichtungen oder durch professionelle Pflegedienste betreut werden, etwa wenn die pflegenden Personen zu Hause krank sind oder eine Auszeit benötigen.

Hilfe für pflegende Personen

Personen, die die anspruchsvolle Aufgabe übernehmen, sich um einen pflegebedürftigen Menschen zu sorgen, steht ebenfalls Unterstützung zur Verfügung. Sind diese gleichzeitig berufstätig, können sie unter bestimmten Voraussetzungen Pflegekarenzgeld beantragen. Zudem besteht die Möglichkeit, eine finanzielle Zuwendung zu erhalten, wenn sie an einem oder mehreren Kursen zur Wissensvermittlung teilnehmen. Kurse und Informationsvideos sorgen für Wissen und Übung, wodurch der Pflegealltag erleichtert werden kann. Pflegekosten können unter bestimmten Umständen auch als „außergewöhnliche Belastung“ von der Steuer abgesetzt werden. Weitere Informationen dazu findet man auf der Website der Arbeiterkammer: arbeiterkammer.at.

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Förderungen in Kärnten

Die Bundesländer selbst fördern auch einige Pflegeleistungen. In Kärnten zählen zu diesen Angeboten unter anderem: Urlaub für pflegende Angehörige, finanzielle Unterstützung zur Förderung von Menschen mit Behinderung, mobile Kinderkrankenpflege, mobile soziale Dienste und stationäre Unterbringungen in Heimen und Einrichtungen. Einen genaueren Überblick und Informationen erhält man beim Amt der Kärntner Landesregierung: ktn.gv.at.

Private Vorsorge

Neben staatlichen Förderungen besteht auch die Möglichkeit, eine private Pflegeversicherung abzuschließen. Solche Versicherungen können eine zusätzliche Absicherung bieten und helfen, Kosten für Pflegeleistungen zu decken, die von staatlichen Leistungen nicht oder nur unzureichend abgedeckt werden.

Bei der Vielzahl an Förderungen und Leistungen, die Menschen mit Pflegebedarf und ihren Angehörigen Hilfestellung bieten, ist es ratsam, sich über diese sowie die eigenen Rechte gründlich zu informieren. Dadurch kann man für sich die bestmögliche Unterstützung finden und in Anspruch nehmen. In Österreich gibt es verschiedene Anlaufstellen, die über Fördermöglichkeiten und Pflegeangebote informieren.