Die Lage ist ernst. Die Industrieproduktion ist im Vorjahr um 6,2 Prozent eingebrochen, österreichweit fehlen 128 Milliarden Euro an Fertigungsaufträgen.

„Wir haben in Kärnten Alarmstufe Rot erreicht“, sagt Michael Velmeden. Besonders betroffen seien Fahrzeugindustrie, Stahl, Elektronik und Bergbau. Hohe Kosten und Handelsbarrieren wie die US-Zölle belasten die Betriebe zusätzlich.

Allein in Kärnten sichert die Industrie mehr als 115.000 Arbeitsplätze. „Wenn sie schwächelt, schwächt das den gesamten Standort.“ Neben Energiepreisen belasten auch Personalkosten. Der jüngste Blitzabschluss in der metalltechnischen Industrie war ein wichtiges Signal: zurückhaltend, zukunftsweisend und ein Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit. „Dieser Abschluss muss eine Vorlage für alle Branchen sein und eine Neuausrichtung der Kollektivvertragspolitik einleiten. Es geht um Planungssicherheit für Betriebe und den Erhalt von Arbeitsplätzen.“

Velmeden nennt klare Prioritäten: Senkung der Energie- und Lohnnebenkosten, weniger Berichtspflichten und praxisferne Regulatorik – etwa beim Lieferkettengesetz, der Nachhaltigkeitsberichterstattung oder beim Gold-Plating – sowie raschere Verfahren, CO2-Entlastungen für Exporte und mehr Unabhängigkeit bei Energieimporten. Ohne solche Maßnahmen verliere Kärnten weiter an Wettbewerbsfähigkeit.

Wesentlich sei auch die Infrastruktur. Mit der Koralmbahn wächst ein neuer Wirtschaftsraum – die AREA SÜD. „Damit diese Jahrhundertchance wirkt, braucht es flankierende Maßnahmen wie den Ausbau der B 317 und den längst überfälligen Lückenschluss der 380-kV-Leitung. Ohne diese Infrastruktur nützen uns auch die besten Standortstrategien nichts.“

AREA SÜD: Erfolgreich mit der richtigen Bildungspolitik

1. Bildung ist unsere Zukunft

Bildung ist der Schlüssel, um Fachkräfte im Land zu halten. Mit der AREA Süd entstehen neue Chancen: mehr Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten, eine engere Vernetzung mit Graz und echte Perspektiven. Das macht Kärnten für junge Menschen attraktiv.

2. So profitieren Unternehmen von der AREA SÜD

Betriebe haben künftig Zugang zu einem größeren Pool an Fachkräften und Studierenden. Kooperationen mit steirischen Ausbildungsstätten werden ebenso erleichtert wie duale Modelle. Das stärkt Kärnten im Standortwettbewerb und hilft, den Fachkräftemangel zu lindern.

3. Wunsch der Wirtschaft an die Bildungspolitik

Studiengänge müssen am Bedarf der Wirtschaft ausgerichtet sein. Wir brauchen mehr MINT-Ausbildung, praxisnahe Modelle und unternehmerische Grundbildung. Wenn junge Menschen Perspektiven sehen, bleiben sie der Region treu und entwickeln sie weiter.