Tourismus und Gastronomie zählen seit Jahrzehnten zu den tragenden Säulen der österreichischen Wirtschaft. Aktuelle Zahlen bestätigen dies auch weiterhin. Laut dem im Juli 2025 veröffentlichten offiziellen Tourismusbericht beliefen sich die Ausgaben von in- und ausländischen Gästen in Österreich im Jahr 2024 auf 38,8 Milliarden Euro. Das entspricht Reiseverkehrsexporten von 2640 Euro pro Kopf. Auch in der Region Ennstal und darüber hinaus ist der Tourismus nach wie vor einer der größten Wirtschaftsfaktoren, sichert Arbeitsplätze in der Branche und wirkt wie ein Motor für andere Wirtschaftsbereiche.

Zukunftsthema vegane und vegetarische Küche

„Auch hier zeichnen sich Trends ab“, erzählt Christian Hollinger, Leiter der WKO-Regionalstelle Ennstal/Salzkammergut. So eröffnet die neue österreichweite Ausbildung zur „Fachkraft für vegetarische Kulinarik“, die seit Juli offiziell angeboten wird, gänzlich neue Berufsperspektiven. Das kommt auch dem allgemeinen Gastroimage zugute. Denn dadurch rückt der Beruf der Köchin oder des Kochs ebenso wieder mehr ins Interesse der jungen Generation, berichtet er. Mit der veganen und vegetarischen Lehrausbildung erhält die Kochlehre ein modernes Update, und das könnte dem Problem des fehlenden Nachwuchses entgegenwirken, das längst nicht mehr nur die Gas­tronomie und Hotellerie betrifft.

© photoINstyle

Fachkräftemangel, unbesetzte Lehrstellen, fehlende Bewerbungen – die Herausforderungen sind altbekannt. Doch wie lassen sich junge Menschen für diese Berufe begeistern? Eine Möglichkeit: zurück zum Anfang, zu ersten Begegnungen mit der Arbeitswelt. Schnuppertage, Praktika und praxisnahe Initiativen ermöglichen es Kindern und Jugendlichen, selbst auszuprobieren, wo ihre Stärken liegen.

Gastronomie zum Angreifen

Aus diesem Antrieb heraus wurde etwa die Initiative „GastroVibes“ ins Leben gerufen. Das Projekt wurde ursprünglich 2022 von der südsteirischen Hotelchefin Michaela Muster initiiert, um Nachwuchskräfte für die Branche zu begeistern und das Image der Branche zu verbessern, indem mit Klischees aufgeräumt wird.

Mittlerweile wird das Projekt von der Qualifizierungsagentur QUA und im Auftrag der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKO steiermarkweit ausgerollt. So öffnete beispielsweise ein Betrieb in St. Peter-Freienstein Anfang des Jahres seine Türen – und die Gasthaus-Küche – für Schüler:innen aus dem Bezirk Leoben. Unter fachkundiger Anleitung zauberten diese anschließend ein dreigängiges Menü samt Aperitif. Auch in Murau durften bereits Schüler:innen der Mittelschule Murau in die Gastronomie und Hotellerie hineinschnuppern, typische Arbeitsabläufe kennenlernen und selbst aktiv werden.

© GastroVibes

Spielerisch die Arbeitswelt entdecken

Ein ähnliches Konzept verfolgt die bereits gut etablierte Berufsorientierungsinitiative „Meine Zukunft – meine Arbeitswelt – mein Bezirk“. Spielerisch schlüpfen hier bereits die Kleinsten – die Initiative richtet sich an Volksschulkinder – in berufliche Rollen. Mithilfe von Rätseln, Aufgaben und interaktiven Geschichten wird die Berufswelt auf anschauliche Weise erlebbar gemacht. Das Projekt wird vom Regionalmanagement Bezirk Liezen gemeinsam mit der Steirischen Volkswirtschaftlichen Gesellschaft organisiert. Unterstützung kommt von der WKO Ennstal/Salzkammergut, dem AMS Liezen sowie zahlreichen Unternehmen und Institutionen aus der Region.