Das Trentino im Süden Südtirols ist im Herbst besonders reizvoll. Es ist die Zeit der knackigen Äpfel, verführerischen Weine und feurigen Sonnenuntergänge über den Dolomiten. Die Landschaft zeigt sich von ihrer farbenprächtigen Seite, während in den Städten Kunst, Kultur und Kulinarik gefeiert werden. Zwei besonders lohnende Ziele sind etwa das Val di Non und die Stadt Trento.

Apfelgärten und Palazzi

Im Nordwesten des Trentino liegt das malerische Val di Non, auf Deutsch Nonstal. Das Tal ist geprägt von den Apfelgärten, die im Herbst bereit zur Ernte sind. Zudem finden sich hier Seen und Flüsse, romantische Burgen und Schlösser und immer wieder als imposante Kulisse im Hintergrund: die Dolomiten.

Im Gebiet finden sich auch Spuren der Geschichte: Das herrliche Castel Thun, freskenverzierte Palazzi, Museen und Herrensitze, kleine Kirchen in der Natur und die malerische Wallfahrtskirche San Romedio.

Wer gerne zu Fuß unterwegs ist, freut sich über die Wanderwege auf dem Monte Peller und den Bergen des Oberen Val di Non. Fahrradfahrern stehen der Rad- und Fußweg des Val di Non und die Strecken des Dolomiti di Brenta Bike zur Verfügung. Und das Green des 18-Loch Golfplatzes Dolomiti Golf-Club gilt als eines der schönsten im gesamten Alpenraum. Auch zu Wasser ist man im Val di Non unterwegs: Bei einer Kanufahrt auf dem Santa Giustina-See oder durch den Canyon Rio Sass und den Flusspark Rio Novella.

Der Apfelanbau prägt das Val di Non nicht nur landschaftlich. Die paradiesische Frucht wird im Herbst auch groß gefeiert – beim Erntedankfest „Pomaria“. Die wunderschöne Veranstaltung findet jedes Jahr am zweiten Oktoberwochenende im Ort Denno statt. Die Besucherinnen und Besucher können die reifen Äpfel direkt von den Bäumen pflücken und sich durch verschiedenste Köstlichkeiten probieren.

Neben dem Apfel wird auch der heimische Käse im Herbst gebührend gewürdigt: mit den beiden Käse-Festivals Cheese FestiVal di Sole und Formai dal Mont. Anlässlich der drei genussvollen Festivals bieten Restaurants aus dem Trentino besondere Menüs an, in denen Äpfel und Käse aus der Region die Hauptrollen spielen. Natürlich begleitet von feinen Weinen aus der Umgebung. Zu genießen gibt es diese Gerichte von 6. September bis 26. Oktober unter dem Titel „MagnAmour“.

Bergsekt und Renaissance-Architektur

Auch in Trento, der Hauptstadt der Region, dreht sich im Herbst alles um Kulinarik – genauer gesagt um den Spumante Trentodoc. Er entsteht zwischen Alpen und Gardasee und wird hauptsächlich aus Chardonnay- und Pinot-Nero-Trauben gewonnen, die auf steilen Hängen in 200 bis 800 Meter Höhe gedeihen. Der Trentodoc wurde 1993 zum ersten D.O.C.-Schaumwein Italiens gekürt. Heute gibt es den Bergsekt in mehr als 100 Variationen, die beim Trentodoc-Festival Ende September präsentiert werden. Wer mit dabei sein möchte, sollte rechtzeitig reservieren! Das Festival ist jedoch nicht der einzige Grund, um Trento einen Besuch abzustatten.

Beim Trentodoc-Festival dem Bergsekt auf die Spur kommen
Beim Trentodoc-Festival dem Bergsekt auf die Spur kommen © Trentino Marketing/G. Prati

Die Stadt, im Deutschen auch als Trient bekannt, ist eine wahre Schatztruhe voller Kunst und Kultur. Hier verbinden sich italienische Renaissance-Architektur und mitteleuropäisches Flair. In Trento trifft man auf einen der schönsten Plätze Norditaliens: die Piazza Duomo mit dem Neptunbrunnen. Bei einem Spaziergang durch die Straßen der historischen Altstadt bewundern Sie die Türme, die mit Fresken verzierten Renaissance-Paläste und das Schloss Buonconsiglio. Das von Renzo Piano entworfene Wissenschaftsmuseum MUSE und die der Stadtgeschichte gewidmete Galerie di Piedicastello sind nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt und einen Besuch wert.

Etwas außerhalb der Stadt locken Naturschönheiten. Beispielsweise der Monte Bondone mit seinen Wanderwegen und Mountainbikestrecken oder der botanische Alpengarten, der mehr als 1000 Arten aus aller Welt Schutz bietet.