Benannt nach Edoardo Sticsa, dem damaligen Eigentümer, verdankt die „Casa Sticsa“ ihre heutige Gestalt der sorgfältigen Restaurierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit dieser Aufgabe betraute Sticsa den renommierten jüdischen Architekten Gerolamo Luzzatto (1876–1953), dessen Handschrift das Bauwerk bis heute prägt.

Die unteren Etagen des eleganten vierstöckigen Gebäudes dienten einst als Geschäfts- und Lagerräume; die oberen Stockwerke wurden als Wohnbereiche konzipiert. Noch heute gilt die Casa Sticsa als eines der eindrucksvollsten Beispiele des Görzer Jugendstils.

Das alte Eisenwarengeschäft

Doch das Gebäude hat nicht nur als Casa Sticsa architektonische Berühmtheit erlangt. Über Jahrzehnte hinweg war es unter dem Namen Casa Krainer bekannt – benannt nach dem traditionsreichen Eisenwarengeschäft, das hier fast ein Jahrhundert lang, bis ins Jahr 2015, seinen Sitz hatte.

Die Beliebtheit des Geschäfts war so groß, dass sich der Boden rund um die hölzernen Verkaufstheken durch das ständige Kundenaufkommen spürbar absenkte. Die originale Einrichtung ist bis heute erhalten – gefertigt von lokalen Handwerkern aus hochwertiger slawonischer Eiche, nach Entwürfen von Gerolamo Luzzatto. Besonders bemerkenswert ist der originale Kassenschalter mit kunstvollen Glasfenstern, gefertigt Anfang des 20. Jahrhunderts von Wiener Kunsthandwerkern. Ebenfalls erhalten geblieben ist die elegante Jugendstil-Treppe, die in den ersten Stock führt.

Ein besonders historischer Teil der Casa Sticsa stammt aus dem 16. Jahrhundert: der Raum neben dem ehemaligen Eisenwarengeschäft, geprägt von Kreuzgewölben und einem historischen Brunnen, der bis heute mit Wasser vom nahe gelegenen Burghügel gespeist wird. Der Brunnen selbst ist zylindrisch geformt, mit steinernen Wänden, die sich bis zum Gewölbe erstrecken. Er ist über ein seitliches Gitter zugänglich.

Zu den atmosphärischsten Bereichen des Hauses gehört die alte Steintreppe, die bis in den dritten Stock hinaufführt. Das heutige Eingangsfoyer lässt die einstige vertikale Raumwirkung allerdings nur erahnen: Das Gewölbe endet auf Höhe der Galerie im zweiten Stock und verbirgt dadurch sowohl diese als auch die darüberliegende Etage.

An der Fassade ist noch heute das kunstvoll gestaltete Glasschild der Eisenwarenhandlung zu sehen – angebracht im Jahr 1912, nachdem die Familie Krainer das Geschäft übernommen hatte.

Heute wird der ehemalige Verkaufsraum der Casa Krainer neu belebt – als stilvoller Veranstaltungsort für Ausstellungen, Tagungen, kulinarische Abende und kulturelle Begegnungen.